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„Kulturleben“ Schleswig : Kinokarten sind am beliebtesten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Seit einem Jahr vermittelt die Initiative Tickets für verschiedenste Veranstaltungen an Menschen mit wenig Geld.

Was sie sich vorgenommen haben, das haben sie geschafft. Fünf Schleswiger Ruheständler hatten sich vor einem Jahr zusammengetan und eine Initiative gegründet, wie es sie in der Stadt bis dahin nicht gab: Sie vermitteln Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen an Menschen, die sich diese Tickets sonst nicht leisten könnten. Seit Juli des vergangenen Jahres hat ihre Initiative mit dem Namen „Kulturleben“ 659 Karten an 292 Menschen ausgegeben. Alle Tickets wurden von den Veranstaltern kostenlos zur Verfügung gestellt. „Wir hätten sogar noch mehr Karten ausgeben können“, sagt Initiativensprecher Rudolf Schummann. Insbesondere in den Anfangsmonaten fiel es den Gründern von „Kulturleben“ jedoch schwer, ihr Angebot bei der Zielgruppe überhaupt bekannt zu machen. „Inzwischen spricht es sich aber mehr und mehr herum“, sagt Beate Schummann, die gemeinsam mit ihrem Mann einen großen Teil der Arbeit von „Kulturleben“ stemmt.

Für Kinokarten ist es nicht schwer, Interessenten zu finden. Alle 56 Plätze, die das Capitol-Kino bisher zur Verfügung stellte, waren besetzt. Sehr hoch ist die Erfolgsquote mit 92 Prozent auch bei Konzerten der evangelischen Kirchengemeinde vor allem im Dom. Etwas zäher läuft die Vermittlung von Museumsführungen (43 Prozent).

Der Arbeitsaufwand für die Vermittlung ist groß. Deshalb suchen die Schummanns und ihre drei Mitstreiter Irma Hansen, Matthias Bergmann und Christa Jochims weitere ehrenamtliche Helfer. Nicht nur lässt sich die Initiative von jedem ihrer Gäste einen Nachweis der Bedürftigkeit zeigen (zum Beispiel den Hartz-IV-Bescheid), es wird auch überprüft, ob die Empfänger ihre Plätze im Kino, im Konzert oder in der Lesung auch einnehmen. Die Ausfallquote sei mit rund 13 Prozent erfreulich gering, sagt Rudolf Schummann. Es treten aber auch immer wieder andere Schwierigkeiten auf. So ist ein Kooperationspartner kürzlich abgesprungen, weil sich auf seinen Veranstaltungen „Kulturleben“-Gäste wiederholt danebenbenommen hatten.

Zu den Kooperationspartnern, die weiterhin mitmachen, gehört die Buchhandlung Liesegang mit ihren Lesungen. Die Zusammenarbeit wird ab der kommenden Woche noch intensiver. Nicht nur, weil dann ein großes Plakat in den Geschäftsräumen am Capitolplatz für das „Kulturleben“-Angebot wirbt. Die Buchhandlung wird auch ein Jahr lang die Hälfte ihrer Einnahmen aus dem Verkauf von Stoff-Tragetaschen an die Initiative spenden. Dabei dürften rund 500 Euro zusammenkommen. Von dem Geld könnte zum Beispiel eine kulturelle Veranstaltung für Kinder aus sozial schwachen Familien finanziert werden, sagt Rudolf Schummann.

> Infos über Kulturleben während der wöchentlichen Sprechstunde donnerstags von 10 bis 11 Uhr in der Stadtbücherei (Moltkestr. 1) sowie unter Telefon 01  76/43  60  85  98.

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erstellt am 29.Jun.2017 | 06:30 Uhr

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