Schleswig : Kindergarten-Plätze werden knapp

In Schleswig sind alle Kindergartenplätze belegt. Die neu geschaffenen Krippen dagegen sind nicht ausgelastet.

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08. Mai 2015, 07:45 Uhr

Jahrelang hat das Thema die Schleswiger Kommunalpolitik in Atem gehalten: Bei der Versorgung mit Krippenplätzen für Kinder unter drei Jahren war die Stadt Schlusslicht im gesamten Kreis Schleswig-Flensburg. Das hat sich inzwischen deutlich geändert. Mehrere neue Krippen wurden eröffnet. In bestehenden Kitas wurden Krippengruppen eingerichtet. Doch plötzlich steht man im Rathaus vor einem ganz anderen Problem: Es gibt nicht mehr genügend reguläre Kindergartenplätze für Kinder zwischen drei und fünf Jahren.

„Bisher konnte jedes Kind untergebracht werden“, sagt Rathaus-Sprecherin Antje Wendt. Es ist aber absehbar, dass es spätestens im Sommer eng wird. Schon jetzt sind in den vier städtischen Kindergärten alle Plätze belegt. Nach Angaben der Stadtverwaltung sind auch die kirchlichen, privaten und dänischen Kindergärten ausgelastet. Hingegen sind allein in den städtischen Einrichtungen derzeit 22 Krippenplätze frei.

Insgesamt gibt es in Schleswig 682 reguläre Kindergartenplätze, 210 Krippenplätze und vier altersgemischte Gruppen mit bis zu 19 Kindern. Die aktuellen Anmeldezahlen deuten darauf hin, dass allein der Kindergarten am Moorkatenweg im kommenden Jahr 117 Regelplätze benötigt. Bisher sind aber nur 95 vorhanden. Bei der Berechnung gibt es jedoch eine große Unbekannte: Das sind die Kinder aus Flüchtlingsfamilien. Bisher besuchen zehn Kinder von Asylbewerbern die städtischen Kindertagesstätten. „Es wird aber künftig mit der Aufnahme von weiteren Kindern gerechnet“, sagt Wendt.

Als Sofortmaßnahme soll nun eine Krippengruppe am Moorkatenweg in eine Regelgruppe umgewandelt werden. Eine entsprechende Beschlussvorlage steht auf der Tagesordnung der nächsten Sozialausschuss-Sitzung (21. Mai um 16 Uhr im Rathaus). Für die Schaffung der Krippenplätze hatte die Stadt erst vor wenigen Jahren Zuschüsse erhalten. „Das Geld wird Schleswig aber nicht zurückzahlen müssen“, ist sich Andreas Wellenstein, Jugenddezernent in der Kreisverwaltung, sicher. Schließlich seien die Räume weiterhin für Krippengruppen nutzbar, falls sich der Bedarf wieder einstellt. Der Mangel an Kindergartenplätzen ist nach seiner Beobachtung bisher in Phänomen, das sich auf die Stadt Schleswig beschränkt. „Aus anderen Gemeinden im Kreis hören wir das nicht.“ In der erst vor wenigen Tagen vereinbarten Stadt-Umland-Kooperation sind die Kindergartenplätze bisher kein Thema. „Einer der Arbeitskreise widmet sich aber dem Thema Bildung“, sagt Wendt.

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