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Schleswiger Nachrichten

20. September 2017 | 22:14 Uhr

Havetoft : Kinder beringen Jungstörche

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der jüngste Storchen-Nachwuchs in Angeln erhält die Namen Alfred und Guste.

Storchenbetreuer Jörg Heyna ist derzeit landauf, landab unterwegs, um den Storchennachwuchs zu beringen. In Havetoft nutzte er einen Hubsteiger vom Süderhof Sörup, um das Storchennest auf dem Grundstück von Holger Berndsen zu inspizieren. Der 14 Meter hohe Mast mit einer Plattform samt Weidenkorb war im Mai vergangenen Jahres aufgestellt worden – Berndsen hatte sich damit einen Kindertraum erfüllt. Vor vier Wochen brütete darin ein Storchenpaar drei Küken aus – eines ist in der Zwischenzeit gestorben. Die beiden anderen, denen Heyna Gesundheit und gute Ernährung attestierte, holte er in einem Sack auf die Erde.

Beim anschließenden Beringen vor 20 Zuschauern nutzte er einen Überlebensreflex der Störche aus, die sich während dieser Zeit tot stellten und schlaff im Gras lagen. Auch als der Betreuer ihnen die Schnäbel reinigte, rührten sich die Vögel nicht. Die eigentlichen Beringungen nahmen Janne Lotta (12) und Levke (15), die Töchter des Grundbesitzers, vor. Die Ringe sind Hightech-Produkte, da sie leicht, aber dennoch so groß sind, dass man die Kennzahl mit einem Fernglas ablesen kann. Außerdem sind sie selbstreinigend und heizen sich nicht auf. Sie werden eingesetzt, um Zugrouten von Vögeln zu ermitteln, Aussagen über ihre Ortstreue und Angaben zum Lebensalter der Tiere zu erhalten. Durch individuelle Angaben auf den Ringen lassen sich ganze Lebensläufe von einzelnen Vögeln nachzeichnen.

Als die beiden Havetofter Jungstörche wieder im Nest lagen, dessen Einlage ausgetauscht wurde, kehrte die Storchenmutter, die die ganze Zeit das Geschehen umkreist hatte, an das Nest zurück. Nebenbei bekamen die Jungstörche auch Namen. Obwohl man im Augenblick nur durch eine DNA-Analyse feststellen könnte, ob sie Männlein oder Weiblein sind, heißen sie Alfred und Guste – benannt nach den Großeltern von Holger Berndsen.

Eine Stunde später wiederholte sich das ganze 200 Meter weiter auf dem Pausenhof. „Dass sich Störche so nah beieinander ansiedeln, ist selten“, erklärte Heyna. Das liege vermutlich daran, dass sich die Tiere aus ihrem Geburtsort Sankt Peter-Ording kennen und deshalb aneinander gewöhnt seien.

Die dritte Nestinspektion hatte einen traurigen Anlass: Im Ortsteil Hostrup hatten drei Jungstörche das Licht der Welt erblickt, die jedoch alle starben. Heyna versucht jetzt, die Todesursache festzustellen.

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