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Deutsch als Zweitsprache : Kinder aus 16 Ländern lernen hier Deutsch

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Während Deutsch als Zweitsprache schon seit Jahren an der Bugenhagenschule unterrichtet wird, gibt es das sogenannte DaZ-Zentrum erst seit einem Jahr.

„Heißt es der, die oder das Schulranzen?“ fragt Lehrerin Christiane Zeitz-Balduhn die neun Kinder aus der ersten bis dritten Klasse, die bei ihr Deutsch als Zweitsprache (DaZ) lernen. Am Ende deutet sie auf ein blaues Quadrat an der Wand, worauf der richtige Artikel geschrieben steht: der.

Die fünf Mädchen und vier Jungen stehen ganz am Anfang eines dreistufigen Systems, mit dessen Hilfe ihre Deutschkenntnisse beurteilt werden, um ihnen so die bestmögliche Förderung – und Forderung – zukommen zu lassen. In der Basisstufe 1 haben sie so geringe Sprachkentnisse, dass sie nicht im Unterricht mitkommen, während sie in Stufe 2 den alltäglichen Sprachgebrauch beherrschen, jedoch unterrichtsspezifische Defizite aufweisen. In Stufe 3 brauchen sie nur noch bei Sachtexten Hilfe.

Während Deutsch als Zweitsprache schon seit Jahren an der Bugenhagenschule unterrichtet wird, gibt es das sogenannte DaZ-Zentrum erst seit einem Jahr. Dort werden bei Bedarf nicht nur die eigenen Schüler, sondern auch die der umliegenden Grundschulen unterrichtet. Neben den normalen Unterrichtseinheiten der drei DaZ-Lehrkräfte finanziert Elke Winter mit ihrer Stiftung den Einsatz von Silke Gertz, die unter anderem die Hausaufgabenbetreuung übernimmt. „Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß“, sagt sie, denn man sehe schnell die Fortschritte bei den Schülern, etwa wenn die Kinder immer besser zählen lernen oder „Hallo, wie geht’s?“ sagen. Da Silke Gertz keine ausgebildete Lehrerin ist, gehe sie manchmal ganz unkonventionell an Dinge heran, sagt sie. „Und dann sehen wir: Schön, so geht es auch“, meint Christiane Zeitz-Balduhn, die das DaZ-Zentrum leitet.

Der Bedarf für die Unterrichtsstunden sei sehr hoch, betont Schulleiterin Maike Rickertsen. So würden Schüler aus 16 verschiedenen Nationen die Schule besuchen. „Allein in den letzten drei Wochen haben wir wieder vier Kinder dazu bekommen, darunter drei rumänische und ein amerikanisches“, bestätigt Christiane Zeit-Balduhn. Allerdings befinden sich unter den DaZ-Schülern oft auch Kinder, „von denen ich sagen würde, die müssten zu Hause mehr Deutsch sprechen“. Doch gerade bei Spätaussiedlern, wenn beide Elternteile arbeiten, übernähmen oft die Großeltern die Kinderbetreuung – „und die sprechen nur Russisch oder Polnisch“. Generell sei dies kein Problem, so Schulrätin Gabriele Wiese, „solange sie die Erstsprache beherrschen. Aber wenn sie beide Sprachen nicht können, dann ist das ein Problem“.

Die Schüler besuchen DaZ-Gruppen zusätzlich zum regulären Unterricht in normalen Grundschulklassen. Dabei lernen sie auf spielerische Art und Weise – mit Bildern, Computerprogrammen oder auch Hörspielen – den Umgang mit der deutschen Sprache. Davon zeugen auch die gemalten „Obstpizzen“ oder Wimmelbücher, die auf dem Regal des Klassenzimmers zu finden sind. In der Anfangszeit hätten einige Lehrer gefragt, ob das Kind ausgerechnet in ihrer Stunde fehlen müsse, um in die DaZ-Gruppe zu gehen, erinnert sich Zeitz-Balduhn: „Das ist heute kein Thema mehr.“ „Es freut mich, wenn es in der Schule ankommt“, so Schulrätin Wiese. Sie sei überzeugt, dass DaZ an Schulen wie der Bugenhagenschule, wo alle mitziehen, gelinge.

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 30.Sep.2014 | 07:06 Uhr

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