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Schleswiger Nachrichten

21. September 2017 | 12:38 Uhr

Vandalismus : Keine Toiletten mehr am Bahnhof

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bahn lässt Dixi-Toiletten entfernen – und zwar ersatzlos.

von
erstellt am 27.Jun.2017 | 06:15 Uhr

Eine schöne Lösung war es nicht. Aber immerhin: Nachdem der Bahnhof aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt wurde und es damit auch keinen Zugang mehr zu den Toiletten gab, hat die Bahn zwei Dixi-Klos direkt vor dem Gebäude aufstellen lassen (wir berichteten). Nun allerdings sind diese wieder verschwunden – und zwar ersatzlos.

Der Grund dafür ist Vandalismus, wie Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis auf SN-Nachfrage erklärt: „Die beiden wurden jeden Tag auf irgendeine Art und Weise beschädigt. Zuletzt wurden sie sogar umgekippt, sodass erhebliche Mengen an Fäkalien ausgelaufen sind.“ Das sei nicht nur ärgerlich, sondern verursache auch Kosten. Deswegen habe man sich mit der Firma, die die Toiletten aufgestellt hat, darauf geeinigt, sie zu entfernen. „Und das bleibt jetzt auch so“, betont Meyer-Lovis.

Dass dies eigentlich eine unmögliche Situation für die Bahnfahrer in Schleswig ist, weiß auch er. Aber: „Wir sind nicht verpflichtet, Toiletten vorzuhalten. Das ist immer ein Extra-Service. Und wir sind ja auch die Leidtragenden davon, dass der Schleswiger Bahnhof von den Behörden gesperrt wurde.“

Bei der Stadt bestätigt man die Vandalismus-Vorfälle, sieht sich aber nicht in der Lage, andere Dixi-Toiletten aufzustellen. Zuständig sei auf dem Gelände allein die Bahn AG. Meyer-Lovis hingegen erklärt, dass die Fläche, auf denen die beiden Dixi-Toiletten zuletzt standen, der Stadt gehören. So oder so: Vergangene Woche hat ein Gespräch zwischen der Stadt und dem Eisenbahnbundesamt stattgefunden, bei dem es um das weitere Vorgehen am Schleswiger Bahnhof ging.

Dieser wurde von einem privaten Investor gekauft und sollte von ihm zu einem „Event-Bahnhof“ umgestaltet werden. Während der Bauarbeiten gab es allerdings immer wieder Streit um die Ausführung und Zuständigkeiten. Auch eine gültige Baugenehmigung liegt dem Eigentümer nicht vor. Inzwischen befassen sich Anwälte mit dem Thema – und Bahnreisende brauchen eine starke Blase.

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