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Schleswiger Nachrichten

17. Oktober 2017 | 15:18 Uhr

SELK : Keine Schadstoffe im Lärmschutzwall

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kreisbehörde gibt Entwarnung: Probenergebnisse belegen, dass der an der A 7 verbaute Boden unbelastet ist.

Gefährdet der Lärmschutzwall die Gesundheit der Selker Bürger? Wird durch die in ihm verbaute Erde das Grundwasser verschmutzt? In ihrer letzten Sitzung hatten die Ratsmitglieder der Gemeinde noch keine Antwort auf diese Frage. Dementsprechend skeptisch wurde der Ausbau des Walls entlang der A  7 beäugt. Unklar war, ob der dort bereits verbaute Boden, der aus einer Kiesgrube in Schalkholz (Kreis Dithmarschen) angeliefert worden war, mit Schadstoffen belastet ist. Dies will der NDR herausgefunden haben. In einem TV-Bericht sprach der Sender von Befunden, laut denen die Erde mit Bauschutt, Teerbrocken und Kunststoffen versetzt gewesen sei (wir berichteten).

Dies veranlasste die zuständige Abfall- und Bodenschutzbehörde des Kreises Schleswig-Flensburg dazu, selbst Proben aus dem Erdwall zu entnehmen. Ungeduldig erwartete die Gemeindevertretung um Bürgermeister Arne Reimer also die Ergebnisse der jüngsten Bodenuntersuchung und forderte zudem eine Unbedenklichkeitserklärung der Behörde. „Da ist richtig Musik drin“, sagte Gemeindevertreter Thilo Kolberg noch in der besagten Gemeinderatssitzung, die im Kulturzentrum stattfand – und für deren Themen sich offensichtlich kein Bürger aus Selk interessierte.

Jürgen Strube, Leiter der Abfall- und Bodenschutzbehörde des Kreises, konnte nun aber Entwarnung geben. Die Probenergebnisse liegen vor und sie seien „komplett unproblematisch“, sagte er. In den acht Proben, die dem Wall entnommen wurden, seien keinerlei Auffälligkeiten zu verzeichnen, was den Schadstoffgehalt betreffe. Dabei seien gezielt die als problematisch eingestuften Bodenbrocken, sogenannte Gießereisande, unter die Lupe genommen worden, um eine „Worst-Case-Erhebung“ zu garantieren. „Selbst diese Klumpen waren alle unauffällig“, betont Strube. Zudem machten die Gießereisande weniger als ein Prozent der gesamten Erdmenge aus. „Von unserer Seite aus gibt es damit keinen weiteren Handlungsbedarf“, so Strube. Warum der NDR zu anderen Probenergebnissen gekommen war, vermochte er nicht einzuschätzen.

Das vermeintliche Problem Lärmschutzwall hat sich folglich in Luft aufgelöst. Weiterhin dagegen bereitet das defekte Dach des Sport- und Kulturzentrums den Selker Gemeindevertretern Sorgen. Nach der energetischen Sanierung des Gebäudes regnet es im Bereich der dort untergebrachten und mit neuen Fenstern versehenen Kita immer noch rein. Verärgert zeigten sich die Vertreter darüber, dass dies von den Fachleuten nicht bereits vor Beginn der Sanierungsarbeiten entdeckt wurde. Da der Gemeinde nun kein Geld mehr für die komplette Sanierung zur Verfügung stehe, sehe man in Zukunft eine Reparatur in Teilabschnitten vor. Das Thema wird in der nächsten Sitzung behandelt.

Finanzausschussvorsitzender Georg Rickerts bemängelte die Situation der Protokollführung in der Gemeinderatssitzung, die bislang einen wochen- bis monatelangen Verzug in der Bearbeitung und Wartezeit in der anschließenden Genehmigung offenbart. Zeitweilig wurde diese Arbeit von einer außenstehenden Mitarbeiterin eines Gemeinderatsmitglieds ausgeführt, die vom Gemeinderat vergütet wurde. Auch in der jüngsten Sitzung lag das vorherige Protokoll nicht vor. Einstimmig beschloss man nun, die Unterstützung der Amtsverwaltung Haddeby anzunehmen, deren Mitarbeiter federführend das Protokoll bearbeiten. „Das leidige Thema mit den Protokollen hätte sich damit erledigt.“ Um die Kontrolle des gesprochenen Wortes zu bewahren, forderte Thilo Kolberg die Verwendung eines Diktafons. „Das ist für mich zwingend erforderlich.“

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