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Schleswigs Stadtfest : Keine Chance mehr für „Swinging City“?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Beliebte Musikveranstaltung wird voraussichtlich auch in diesem Sommer nicht stattfinden. Hohe Kosten schrecken potenzielle Organisatoren ab.

von
erstellt am 20.Jan.2014 | 12:15 Uhr

„Wieso funktioniert das in anderen Städten aber nicht bei uns in Schleswig?“ Wenn es um das Thema „Swinging City“ geht, kommt Uwe Friedrichs ganz schnell auf Touren. 17 Jahre lang, bis 2009, war er für die Interessengemeinschaft Ladenstraße (IGL) federführend aktiv, wenn es darum ging, Schleswigs großes Musik-Fest auf die Beine zu stellen. Dass die „Swinging City“ im vergangenen Sommer – nach mehr als 20 Jahren – erstmals ausfiel, hat Friedrichs schon damals bedauert. Umso mehr ärgert es ihn, dass die Veranstaltung, die längst den Charakter eines Stadtfestes hatte, wohl auch in diesem Jahr nicht über die Bühne gehen wird – und nun heimlich, still und leise gänzlich in der Versenkung zu verschwinden droht. „Es ist ein Trauerspiel. Das Fest war ein Treffpunkt für Einheimische und Gäste gleichermaßen und fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Schleswig. Es ist eine riesige Lücke entstanden“, klagt Friedrichs.

Von einer „bedauerlichen Entwicklung“ spricht auch Stadtmanagerin Monika Siegel. Nachdem man im vergangenen Jahr bereits niemanden gefunden habe, der die „Swinging City“ organisieren wollte, habe sie sich diesmal „völlig aus dem Thema zurückgezogen“. Man stehe aber gerne mit Rat und Tat bereit, sollte sich – wider Erwarten – doch noch jemand melden, der das Stadtfest wiederbeleben möchte.

Abschreckend auf mögliche Interessenten wirkt offenbar in erster Linie das finanzielle Risiko. Bis 2009 hatte die IGL die „Swinging City“ veranstaltet. Dann strich die Stadt ihren Zuschuss für das Stadtfest. 2010 und 2011 übernahmen daraufhin die Unternehmer Ronald Carius und Wolfgang Tries die Organisation, 2012 versuchte es der Flensburger Eventmanager Michael Reinhardt. Sie alle scheiterten letztlich an den Kosten. Reinhardt hatte zudem einen ungünstigen Termin gewählt: parallel zur Kieler Woche und während der Fußball-Europameisterschaft.

So sieht auch der Vorsitzende des Schleswiger Musikclubs, Peter Dernehl, der mit seiner Band „Conventional Sound“ zu den Urgesteinen der „Swinging City“ gehört, den Hauptgrund für den Untergang des Festes in der fehlenden finanziellen Unterstützung der Stadt. „Dabei geht es nur um wenige zehntausend Euro.“ Wenn parallel dazu noch zu wenig Sponsoren parat stünden, sei verständlicherweise niemand dazu bereit, die Veranstaltung mit eigenem Geld zu realisieren. „Ich befürchte, die ,Swinging City’ wird es nicht mehr geben. Der Titel ist wahrscheinlich jetzt schon verbrannt“, glaubt Dernehl. Er hoffe aber, dass es künftig wieder verstärkt kleinere Musikveranstaltungen in der Innenstadt geben wird. „Auch wenn das nicht dasselbe ist.“

Zumindest Karen Bremer vom Bistro „Marvil“ hatte bereits im vergangenen Jahr eine Fortführung des von ihr organisierten „Musiksommers“, bei dem an drei Abenden Livemusik auf dem Kornmarkt geboten wurde, angekündigt. Und auch Horst Mohr, der unter anderem 2011 das Valhalla-Festival auf der Freiheit organisierte, hat noch einen Plan für eine größere Musikveranstaltung in diesem Sommer in der Tasche: zwei Tage lang, in den Ferien, auf drei Bühnen. „Mal sehen, es ist noch nichts konkret – und ich will auch noch nicht zu viel verraten. Aber fest steht, dass es keine ,Swinging City‘ geben wird“, sagt Mohr, der sich laut eigener Aussage 2012 „leider vergeblich“ beim Stadtmanagement beworben hätte.

 

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