Süderbrarup : Kein Zugang zur Bahnhofstoilette

Im Bahnhof von Süderbrarup bleiben die Toiletten zurzeit für Busreisende verschlossen.
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Im Bahnhof von Süderbrarup bleiben die Toiletten zurzeit für Busreisende verschlossen.

Die Gemeinde Süderbrarup hat den Vertrag mit dem Eigentümer des Bahnhofsgebäudes gekündigt. Busreisende stehen nun vor verschlossener Tür.

shz.de von
26. Januar 2015, 11:25 Uhr

Der Betrieb des Bahnhofs von Süderbrarup bleibt in der Kritik der Öffentlichkeit. Nachdem durchreisende Bahnfahrer bis vor Kurzem noch ungeschützt Wind und Regen ausgesetzt waren, hat die Bahn jetzt auf dem neu angelegten Bahnsteig ein Schutzhaus errichtet. Nun gibt es jedoch neue Beschwerden. Es geht um die Nutzung von Bahnhofshalle und -toilette. Bahnhofseigentümer Johannes-Peter Henningsen hat seit dem 1. Januar beide Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit gesperrt. Dies teilt er auf Aushängen mit.

Auf der Jahresversammlung der Seniorenunion nahm er zu den Beschwerden persönlich Stellung. „Ich bin als Unternehmer darauf angewiesen, dass meine Leistungen bezahlt werden“, erklärte er. Bürgermeister Friedrich Bennetreu habe aber den Vertrag mit ihm im September gekündigt. Damit bestünde für ihn keine Verpflichtung mehr, die Toilettenanlage und die Aufenthaltshalle des Bahnhofs der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die Wartung der Halle und des WCs verschlinge etliche Mittel, so Henningsen. Ausnahmen macht er nur für Bahnkunden und Gäste des Cafés, die sich den Schlüssel im Lokal abholen können. Er bedaure es sehr, dass jetzt Busreisende im Freien stehen müssten und ihre Notdurft nicht verrichten könnten.

Die Toilettenfrage kam auch bei der letzten Gemeindevertretersitzung zur Sprache. Bürgermeister Bennetreu rechtfertigt seinen Schritt mit mangelnder Vertragstreue des Bahnhofsbesitzers. „Es ist wiederholt vorgekommen, dass die Räumlichkeiten zur festgelegten Zeit nicht geöffnet waren“, erklärte er. Deshalb habe er den Vertrag kündigen müssen. Er könne es als Bürgermeister nicht verantworten, Gelder der Gemeinde für Leistungen zu bezahlen, die nicht erbracht werden. Auch habe er ordentlich, fristgerecht gekündigt. Die dadurch entstandene Dreimonatsfrist hätte der Bahnhofseigentümer zu Gesprächen nutzen können – dafür aber anscheinend keinen Bedarf gesehen.

Um einem Mangel an öffentlichen Toiletten vorzubeugen, will Bennetreu das Häuschen auf dem Marktplatz nach Klärung der Reinigungsmodalitäten tagsüber öffnen und verweist auf die öffentliche Toilette auf dem Friedhof. Um die Busreisenden am Bahnhof nicht im Regen stehen zu lassen, soll hier ein Wartehäuschen aufgebaut werden. Mit einem Vertreter der Kreisverkehrsbetriebe sei bereits eine Ortsbesichtigung durchgeführt worden, so Bennetreu.

Bahnhofsbesitzer Johannes-Peter Henningsen weist die Vorwürfe gegen sich zurück. Er habe viel Geld, Zeit und Geduld investiert, um Süderbrarup einen ansehnlichen Bahnhof zu präsentieren. „Durch erhöhte Randale, verbunden mit Vandalismus und vielen Schäden musste die Anlage zeitweise einige Tage an späten Abenden geschlossen werden“, erklärte er. Meistens seien die Randalierer nach zwei bis drei Abenden wieder abgezogen und die Anlage sei dann wieder länger geöffnet gewesen.

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