zur Navigation springen

Berufsbildungszentrum Schleswig : Kein Platz für Rassismus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Berufsbildungszentrum in Schleswig macht sich gegen Ausgrenzung stark. Die Schule bekam jetzt der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ von der Aktion Kinder und Jugendschutz Schleswig-Holstein.

Das Berufsbildungszentrum in Schleswig (BBZ) darf jetzt den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ führen. Gestern wurde der Schule dieser Titel offiziell von der Aktion Kinder und Jugendschutz Schleswig-Holstein (AKJS) verliehen. Das BBZ ist die 39. Schule im Land, der dieser Titel verliehen wurde, aber die erste Berufsschule. Um dies zu erreichen, haben 2903 Schüler, Lehrer und Mitarbeiter eine Selbstverpflichtung unterzeichnet, sich aktiv gegen jede Form der Diskriminierung einzusetzen und bei Konflikten einzugreifen.

Zwei, die ihre Courage bereits unter Beweis gestellt haben, sind Nicolas Diedrich und Finja Schröder, die gestern anlässlich des Sport- und Aktionstags am BBZ mit dem Preis für Zivilcourage der Wüstenberg-Stiftung ausgezeichnet wurden. Diedrich erhielt den Preis für sein jahrelanges Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung von Kinder- und Jugendzeltlagern, Schröder für ihren resoluten Einsatz in einem Fall von Tierquälerei. Beide erhielten neben einer Urkunde einen Laptop. Mit Urkunde und Buchpreisen wurden zudem Finn Appelt (Tierschutz) und Julius Finn Brodersen (Jugendarbeit) geehrt.

Für Medi Kuhlemann, AKJS-Landeskoordinatorin, und BBZ-Schulleiter Hans Hermann Henken ist die Auszeichnung der Schule keine Würdigung bereits geleisteter Arbeit, sondern ein Auftakt. Henken: „Entscheidend ist, dass das jetzt gelebt wird. Die Arbeit beginnt erst.“ Kuhlemann: „Wir wollen eine tägliche Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus.“ Das brauchen wir nicht, höre sie oft, sagte Kuhlemann, betonte aber: „Ich glaube, dass es keinen Ort ohne Rassismus gibt.“

Thomas Hill, Mitinitiator des Projektes und Moderator des Sport- und Aktionstages, berichtete aus eigener Unterrichtserfahrung, dass rassistische Äußerungen auch am BBZ immer wieder ein Thema seien. Umso stolzer seien er und die weiteren Initiatoren des Projektes „Schule ohne Rassismus“, dass es gelungen sei, von 4100 Personen an der Schule mehr als 2900 vom Unterzeichnen einer Selbstverpflichtung zu überzeugen. Er kündigte an, dass es jetzt jedes Jahr Projekte gegen Ausgrenzung geben werde. „Anfang 2015 wollen wir mit einer Anti-Rassismus-Messe starten.“

Der Impuls zu der Initiative war in der Schülerschaft entstanden, als im November 2012 fälschlicherweise der Verdacht im Raum stand, es habe am BBZ einen rassistisch motivierten Überfall auf französische Internatsgäste gegeben. In diesem Zusammenhang bezeichnete es der stellvertretende Kreispräsident, Holger Groteguth, als „anerkennenswert, dass das Engagement nicht nachgelassen hat, als sich die Sache als vollkommen anders herausgestellt hatte“. Tatsächlich war es bei dem Konflikt am BBZ-Internat seinerzeit um Drogen gegangen.


Karte
zur Startseite

von
erstellt am 12.Sep.2014 | 08:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen