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Schleswiger Nachrichten

23. September 2017 | 07:53 Uhr

Schleswig : Kein Kaffee im Luisenbad?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eigentich sollte am Mittwoch die Saison im Luisenbad beginnen. Die DLRG wird vor Ort sein. Aber mit dem Café gibt es ein Problem...

von
erstellt am 31.Mai.2016 | 07:50 Uhr

Morgen geht es los. Dann startet – zumindest offiziell – die Badesaison am Luisenbad. Bis 31. August ist die Wache der DLRG dann fast täglich besetzt. Wer dem Treiben an Schleswigs Stadtstrand dabei mit einer Tasse Kaffee in der Hand zuschauen möchte, muss sich allerdings voraussichtlich eine Thermoskanne einpacken. Denn anders als in den Vorjahren könnte der Gastronomiebetrieb geschlossen bleiben. „Damit muss man zumindest rechnen“, sagt Bürgermeister Arthur Christiansen.

Dabei deutete eigentlich alles darauf hin, dass Paolo Mercurio spätestens ab Juni erneut Eis, Cappuccino und Weizenbier im Luisenbad verkaufen würde. Das hatte der Italiener bereits im Vorjahr im Auftrag von Paul Sindram, der die Gastronomie sechs Jahre lang betrieb, gemacht. Dessen Pachtvertrag war nun ausgelaufen. Parallel dazu einigte sich die Stadt mit dem Land darauf, dass auf der rund 180 Quadratmeter großen Terrasse des Gebäudes überhaupt Getränke und Speisen verkauft werden dürfen. Denn das ist eigentlich bereits seit 2008 gar nicht erlaubt gewesen. Im Zuge der Landesgartenschau wurde das Luisenbad damals aufwändig saniert – und zwar mit Fördermitteln des Landes. Daran wiederum waren strenge Auflagen geknüpft, unter anderem ein Verbot von Gastronomie im Außenbereich. Gehalten hat sich die Stadt daran allerdings nicht wirklich, was wiederum zähneknirschend in Kiel zur Kenntnis genommen wurde. Erst Anfang dieses Jahres wurde endlich eine Lösung gefunden: Schleswig überweist rund 50  000 Euro zurück ans Land. Dafür kann man künftig auch legal seinen Kaffee auf der Außenterrasse schlürfen. Und um das verlorene Geld wieder reinzuholen, einigten sich schließlich Verwaltung und Politik darauf, dass der neue Nutzer in den nächsten 15 Jahren eine entsprechende Pacht zahlt.

Das allerdings könnte nun zum Knackpunkt werden. Denn beide Seiten – die Stadt und Paolo Mercurio – werden sich über die Höhe der Pacht nicht einig. Zwar will niemand von ihnen konkrete Zahlen nennen. Fest steht aber: Paul Sindram musste all die Jahre lediglich für die Nebenkosten aufkommen. Nach SN-Informationen ruft man im Rathaus nun aber einen niedrigen vierstelligen monatlichen Betrag auf – plus Nebenkosten. „Ich würde auch eine kleine Pacht zahlen. Aber das, was die Stadt jetzt haben möchte, geht nicht. Niemals. Da zahle ich am Ende nur drauf“, sagt Mercurio, der eigentlich längst in den Startlöchern steht. Neue Möbel wollte er anschaffen und dazu die kleinen Innenräume so umbauen, dass einige Gäste auch drinnen sitzen können. „Aber solange ich keinen Vertrag habe, kann ich hier nichts machen.“

Das weiß man auch bei der Stadt. Dort spricht man jedoch von einem so niedrigen Angebot seitens des Italieners, „dass wir es unmöglich annehmen können“, wie Philipp Schöning, der bei unter anderem fürs Gebäudemanagement zuständig ist, sagt. Inzwischen haben man sich auch von Seiten der Politik die Rückendeckung geholt, dass man sich in puncto Luisenbad nicht unter Wert verkaufen wolle. Zwar suche man noch einmal das Gespräch mit Mercurio, kontaktiere inzwischen aber auch andere mögliche Betreiber. Auch wenn das schwierig ist, wie Bürgermeister Christiansen zugibt. „Bislang fehlt uns der Wettbewerb. Wir sind weiter verhandlungsbereit, aber nicht unbegrenzt. Es gibt eine Schmerzgrenze.“

Paolo Mercurio indes verweist auf die schwierigen Bedingungen am Luisenbad: „Hier ist man sehr wetterabhängig. Bei Regen verkauft man zwei Kaffee am Tag. Da kommt kaum ein Mensch.“ Das weiß auch Paul Sindram aus eigener Erfahrung. „Der Standort ist schwierig. Das Wetter ist nur wenige Wochen im Jahr richtig gut, ansonsten ist oft nichts los. Dazu gibt es nur kleine unbeheizte Innenräume. Wirtschaftlich macht das nur wenig Sinn. Da muss man froh sein, wenn man jemanden findet, der das Strandbad mit Herzblut betreibt.“
>Die Badesaison am Luisenbad beginnt am Mittwoch und dauert bis zum 31.August. Die Wachstation der DLRG ist mittwochs bis sonntags besetzt, in den Sommerferien durchgängig.

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