Schleswig : Kein Fördergeld für Theaterbau in Sicht

Wie geht es mit dem Stadttheater weiter? Dass Schleswig aus eigener Kraft einen Ersatz für das einsturzgefährdete Theatergebäude finanzieren kann, gilt als ausgeschlossen. Foto: dwa
Wie geht es mit dem Stadttheater weiter? Dass Schleswig aus eigener Kraft einen Ersatz für das einsturzgefährdete Theatergebäude finanzieren kann, gilt als ausgeschlossen. Foto: dwa

Bis zu 20 Millionen Euro könnte es kosten, ein neues Stadttheater zu bauen. Bisher weiß niemand in Schleswig, woher das Geld kommen soll.

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07. Oktober 2011, 08:28 Uhr

Schleswig | Die Beamten in den Kieler Ministerien blocken bisher ab. "Auf der Arbeitsebene", sagte Bauamtsleiter Peter Hopfe während der jüngsten Bauausschuss-Sitzung, sei die Stadtverwaltung darüber informiert worden, dass es keinerlei Fördertöpfe des Landes gibt, aus denen der Theater-Neubau bezuschusst werden könnte. Dass die Stadt Schleswig aus eigener Kraft einen Ersatz für das einsturzgefährdete Theatergebäude finanzieren kann, gilt als ausgeschlossen.
Auf der Ausschuss-Sitzung kritisierte Frank Neubauer (CDU), dass Bürgermeister Thorsten Dahl offenbar noch nichts unternommen habe, um Zuschüsse beim Land, beim Bund oder bei der Europäischen Union einzuwerben. Die Verwaltung habe auf der September-Sitzung den "klaren Arbeitsauftrag" erhalten, bis zum 4. Oktober die "Förderkulisse darzustellen". Neubauer: "Ich hätte gern gewusst, welche Schritte der Bürgermeister unternommen hat, mit Vertretern welcher Institutionen er Gespräche geführt hat."
SPD-Fraktionsvorsitzender: politische Entscheidung, ob Land helfen wolle
Bauamtsleiter Hopfe verwies in Abwesenheit von Dahl auf ein Gespräch, das der Bürgermeister am Mittwoch mit den Vorsitzenden der Ratsfraktionen führte. Nach Angaben von Teilnehmern ging es darin jedoch vorrangig um den formalen Ablauf der Sondersitzung zum Thema Theater, zu der die Ratsversammlung direkt nach den Herbstferien zusammentritt (Montag, 24. Oktober, 15 Uhr im Rathaus). Dahl selbst war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er verließ das Rathaus nach dem Gespräch mit den Fraktionsspitzen zu einem auswärtigen Termin. Im Rathaus hieß es, Dahl wolle das Ergebnis der Ratsversammlung abwarten, um bei der Suche nach Geldgebern konkrete Vorstellungen der Stadt Schleswig vorlegen zu können. Vor allem ist die Frage zu klären, ob nur ein Neubau in Frage kommt oder ob die Stadt auch mit einer Sanierung des bestehenden Gebäudes für geschätzte 8,7 Millionen Euro zufrieden wäre. Diese Variante gilt jedoch als unwahrscheinlich.
Dass bisher keine Fördermittel für den Neubau in Sicht sind, hält der SPD-Fraktionsvorsitzende Karsten Reimer noch nicht für Besorgnis erregend. "Ein Theater-Neubau ist nichts, was in Schleswig-Holstein regelmäßig auf der Agenda steht, deshalb gibt es auch keine dafür vorgesehenen Fördertöpfe." Letztlich sei es daher eine politische Entscheidung, ob das Land helfen wolle, das Stadttheater zu retten. Der Bauausschuss-Vorsitzende Klaus Bosholm meinte, eine verlässliche Entscheidung werde wohl erst nach den Landtagswahlen im kommenden Mai fallen - "egal, wie die Wahl ausgeht".

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