Schleswig : Kein Abriss

Übergabe: (von li.) die Investoren Jan-Peter und Tim Albrecht mit den Pastoren Antje Hanselmann und Michael Dübbers sowie Kirchenvorstand Jürgen Rademacher. Fotos: oje
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Übergabe: (von li.) die Investoren Jan-Peter und Tim Albrecht mit den Pastoren Antje Hanselmann und Michael Dübbers sowie Kirchenvorstand Jürgen Rademacher. Fotos: oje

Eine Investorengruppe um die Brüder Jan-Peter und Tim Albrecht will das ehemalige Gemeindehaus St.Michaelis-Süd als Gebäude erhalten.

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27. August 2018, 16:59 Uhr

Das markante Kreuz auf der orange gestrichenen Fassade ist schon vor Wochen abmontiert worden. Die Kirche hat ihr Gemeindehaus St. Michaelis-Süd längst verlassen. Der Arbeitsplatz von Pastorin Antje Hanselmann, die hier bis Ende Juli noch ihr Büro hatte, ist jetzt im Gemeindehaus Domhalle.

Gestern wurde die Immobilie an der markanten Stelle am Übergang vom Lollfuß in den Stadtweg offiziell an den neuen Eigentümer übergeben – eine Investorengruppe um die Schleswiger Brüder Tim und Jan-Peter Albrecht. Wie viel Geld sie bezahlt haben, sagten sie nicht. Sie sind aber zuversichtlich, dass die Investition sich lohnt. Tim Albrecht trat zugleich Spekulationen entgegen, er plane einen Neubau. Das frühere Pastorat auf dem hinteren Teil des Grundstücks soll wieder als Wohnhaus vermietet werden. Der Mieter der Küsterwohnung gleich daneben bleibt ohnehin.

Aber was wird aus dem eigentlichen Gemeindehaus mit seinen Versammlungsräumen, der entwidmeten Kapelle und dem großen Foyer? Die Albrechts wissen es noch nicht, sagen sie. Sie wollen jetzt nach einem Mieter suchen – und sind dabei offen in viele Richtungen. „Das hier ist eine sehr attraktive Lage, die mit der Innenstadt-Sanierung noch interessanter wird“, sagt Tim Albrecht.

Käme auch eine andere religiöse Gemeinschaft als Nutzer in Frage? Ausgeschlossen ist das nicht. „Wir als Kirchengemeinde hätten damit jedenfalls kein Problem“, versichert Pastor Michael Dübbers, der Vorsitzende des Kirchengemeinderats.

Für die Kirche ist der Verkauf der Immobilie ein wichtiger Schritt auf dem Weg, die Gemeindearbeit neu zu ordnen und damit auch auf die sinkende Zahl von Kirchenmitgliedern und knapper werdende finanzielle Mittel zu reagieren.

In den nächsten Jahren soll die Pauluskirche an der Königsberger Straße umgebaut werden zu einem Gemeindezentrum mit dem Schwerpunkt auf der Arbeit mit Familien. Der Erlös aus dem Verkauf des Gemeindehauses St. Michaelis-Süd sichert einen Teil der Finanzierung.

Wenn der neue Treffpunkt im Norden der Stadt fertig ist, wird die evangelische Kirchengemeinde auch ihr zweites Innenstadt-Gemeindehaus – auf dem Michaelisberg – aufgeben. Bis dahin bleibt die Jugendarbeit mit dem „Friedom“ dort beheimatet.

Der Teil des Gebäude-Ensembles, in dem sich bis vor fünf Jahren die Familienbildungsstätte befand, ist vorläufig an einen Fortbildungsträger vermietet, der hier unter anderem Sprachkurse abhält. Der Schimmelbefall, der einst die Familienbildungsstätte in die Königstraße vertrieben hatte, ist längst beseitigt, so Dübbers. Eine Rückkehr der Familienbildungsstätte auf den Michaelisberg habe dennoch nicht zur Debatte gestanden. Dübbers: „Weil wir uns ja von der Immobilie trennen werden, wollten wir die Räume nicht wieder langfristig vermieten.“

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