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Theaterneubau : „Kaum Chancen für den Lollfuß“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Theaterneubau: Künftiger Bürgermeister Christiansen sieht Hesterberg als geeigneten Standort an. CDU und Grüne halten dagegen.

von
erstellt am 14.Jan.2014 | 15:00 Uhr

Wo soll das neue Theaterhaus gebaut werden: Am alten Standort im Lollfuß, wie viele Schleswiger es sich wünschen – oder auf dem Hesterberg-Gelände der Volkskunde, wie Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) es vorgibt? Der Senioren-Gesprächskreis im Lollfuß wollte aus erster Hand erfahren, was gegen einen Theaterneubau in ihrem Stadtviertel spräche und hatte dazu gestern Nachmittag Schleswigs künftigen Bürgermeister Arthur Christiansen eingeladen. Ebenfalls dabei waren Ratsmitglieder von CDU, SPD und den Grünen. Christiansen hatte zudem Diplom-Ingenieur Günter Korsch, der als städtischer Berater und Statiker in Sachen Theater tätig ist, gebeten, bautechnische Fragen zu erklären. „Dass das alte Theater für den Abbruch frei gegeben werden muss, daran führt kein Weg vorbei“, sagte Christiansen gleich zu Beginn der Diskussion.

Der geplante Abriss wurde in der Gesprächsrunde, die im Lollfuß-Treff stattfand (also fast im Angesicht des ehrwürdigen Theaterhauses) allgemein akzeptiert. Jedoch hätte man eine Stecknadel fallen hören können, als Christiansen erklärte: „Ich muss leider offen sagen, dass ich Ihnen den Lollfuß als Standort für den Theaterneubau nicht empfehlen kann.“ Er sei zu dieser Erkenntnis gelangt, nachdem er sich mit Fachleuten ein Bild über die problematischen Bodenverhältnisse an diesem Standort gemacht habe. „Die Rahmenbedingungen für eine Sanierung des Baugrundes sowie für deren Finanzierung sind äußerst schlecht“, sagte er. Der Statiker bestätigte, dass der Baugrund erst in einer Tiefe von 25 Metern stabile Verhältnisse aufzeige. „Zum Vergleich: Der Theaterturm ist etwa 20 Meter hoch.“ Korsch machte deutlich, dass die Theatergebäude zu unterschiedlichen Zeiten erweitert worden seien. Der älteste Teil war 1870 entstanden, während etwa die Pfahlgründungen unter dem Theatersaal aus den 1950er Jahren stammten.

Ob denn nicht der stabilere Teil als Unterbau für ein neues Theater zu gebrauchen sei, hakten Hans Bredenkamp vom Senioren-Gesprächskreis sowie die Grünen-Abgeordneten Dorothee Tams und Johannes Thaysen nach. Diese Fragen gelte es zu klären, meinten sie. Von Seiten der Senioren wurde mehrfach betont, dass der Lollfuß-Standort sicherlich mehr Sinn mache „als ein Neubau in der Wildnis auf dem Hesterberg“.

CDU-Fraktionschef Holger Ley sagte, dass seine Partei gemeinsam mit den Grünen den Vorschlag mache, die Gebäude der ehemaligen Volkskunde auf dem Hesterberg als Betriebsstätten zu nutzen: „Aber das eigentliche Theaterhaus – das könnte in einer Größe von etwa 2000 Quadratmetern am alten Lollfuß-Standort neu gebaut werden.“ Für die Stadt mache es finanziell keinen großen Unterschied, ob das Theatergebäude am Lollfuß oder auf dem Hesterberg entstehe, meinte Ley. Dorothee Tams fügte hinzu, warum überhaupt die Landesregierung und die kommunalen Spitzenverbände ein Interesse daran hätten, nur auf dem Hesterberg einen Theaterneubau zuzulassen. „Das müsste ihnen doch eigentlich piepegal sein, wo wir in Schleswig das Bühnenhaus hinbauen.“ Christiansen äußerte in diesem Zusammenhang die Sorge „vor parteipolitischen Ränkespielchen in der Theaterdiskussion“. Klaus Bosholm (SPD) wies auf den „enormen Zeitdruck“ hin, unter dem das Landestheater nach dem Ausfall der Schleswiger Spielstätte stehe: „Die Rücklagen sind nach jetzigen Berechnungen bis 2017 aufgebraucht. Danach wird der Intendant Insolvenz anmelden müssen.“ Man sei daher gezwungen, eine schnelle Lösung herbei zu führen.

 

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