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Menschen des Jahres : Kandidatin 1: Yvonne Wiegers-von Wegner

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Yvonne Wiegers-von Wegner hat ihr Leben dem Tierschutz gewidmet. Die Vorsitzende des Schleswiger Tierschutzvereins ist buchstäblich rund um die Uhr im Einsatz.

Wer Yvonne Wiegers-von Wegner im Schleswiger Tierheim besucht, kommt um einen Besichtigungsrundgang nicht herum – ob er will oder nicht. Die quirlige Frau ist es gewohnt, ihren Willen durchzusetzen – und diese Fähigkeit setzt sie immer ein, wenn es um das Wohl von Tieren geht. Die Vorsitzende der Tierschutzvereins im Kreis Schleswig-Flensburg widmet den Tieren ihr Leben. Das Tierheim in Schleswig hat sie zu einem Vorzeigeprojekt gemacht, sie gründete eine Jugendgruppe, die Insektenhotels und Amphibienwälle bauen, sie hob die Tiertafel aus der Taufe, die Bedürftige mit Nahrung für ihre Vierbeiner versorgt, sie ist Ansprechpartnerin in der Fledermaus-Hotline, engagiert sich gegen Massentierhaltung und ist buchstäblich rund um die Uhr selbst im Einsatz, wenn Tiere in Not sind. Urlaub hat sie aus genau diesen Gründen schon seit zehn Jahren nicht mehr gemacht. „Ich bezeichne mich als aktive Tierschützerin“, sagt Yvonne Wiegers-von Wegner, die sich damit allein aber nicht zufrieden gibt. „Das Wohl von Tieren und Menschen ist untrennbar miteinander verbunden. Ich begegne bei meiner Arbeit immer wieder einsamen, kranken und verzweifelten Menschen. Alles hängt zusammen. Man kann nicht Tieren helfen und dabei die Menschen außer Acht lassen.“ Eine Konsequenz dieser Erkenntnis ist die Umgestaltung der Jugendgruppe, die zu einer Multikulti-Gruppe werden soll. Es gibt viele Flüchtlingskinder, die sich für Tiere interessieren. Die sind uns herzlich willkommen.“

Als Yvonne Wiegers-von Wegner 2006 Vorsitzende des Tierschutzvereins wurde, war das damit verbundene Tierheim in Schleswig in einem erbärmlichen Zustand. Mit einem guten Team, viel Arbeit, Durchsetzungskraft und Durchhaltewillen hat sie die Anlage am Rande des Gewerbegebiets Ratsteich zu einer Wohlfühl-Oase entwickelt. Hunde und Katzen sind nicht mehr in Zwingern, sondern in kleinen „Appartements“ untergebracht – mit Sessel oder Sofa, Spielgeräten und Zugang an die frische Luft.Und gelegentlich kommen Paten, um vorzulesen oder zu kuscheln. Es gibt eine Tobe-Wiese für Hunde, einen Tierarzt-Raum, Quarantäne-Stationen für Hunde und Katzen, einen kleinen Garten, in dem Gäste Kaffee trinken und schnacken können, und sogar eine Hundeschule, die jeder kostenlos nutzen kann, der einen Hund aus dem Tierheim nach Hause holt.

„Wir haben Erbschaften und größere Spenden-Beträge in Steine investiert“, erklärt Yvonne Wiegers-von Wegner, aber fertig sind wir noch lange nicht.“ Das Dach muss gemacht werden, und ein Kleintierhaus wäre wünschenswert. Die Chefin macht deutlich, dass Spenden und die Beiträge, die die Kommunen pro Tier zahlen, nicht ausreichen. „Wir machen jedes Jahr ein Minus. Aber es muss ja weitergehen.“

So richtig in ihrem Element ist Yvonne Wiegers von Wegner, wenn sie zu einem Notfall gerufen wird. Dann kann sie direkt helfen. Und dann wird die Retterin auch emotional. „Am schlimmsten ist es, auf Halter zu treffen, die uneinsichtig sind, die Tiere nicht als Mitgeschöpfe betrachten und behandeln. Das kann und will ich nicht nachvollziehen.“ Aber es geht um Hilfe – und das ist für sie die höchste Motivation und zugleich Belohnung für den Einsatz.

Was die Wahl zum Menschen des Jahres betrifft, hat Yvonne Wiegers-von Wegner eine ganz eigene Meinung, die auch ihre Haltung beschreibt: „Ich freue mich, dass ich stellvertretend für unser ganzes Team nominiert wurde. Aber gewinnen muss in diesem Jahr eindeutig jemand, der sich mit ganzer Kraft für die Flüchtlinge einsetzt.“


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erstellt am 03.Nov.2015 | 08:19 Uhr

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