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Menschen des Jahres : Kandidat 3: Prof. Rainer Winkler

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Professor Rainer Winkler engagiert sich für das Kinderspielzentrum und die Stadtentwicklung .

von
erstellt am 05.Nov.2015 | 07:34 Uhr

Der Name Winkler hat Gewicht in Schleswig. Seit Jahrzehnten. Das hängt in erster Linie mit dem Kinderspielzentrum im Stadtteil Friedrichsberg zusammen, das von der Jugendstiftung getragen wird, die von Professor Rainer Winkler und Dr. Monika Winkler gegründet wurde. Gemeinsam haben sie nicht nur viel Geld, sondern vor allem viel Energie in die Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt investiert. Nach dem viel zu frühen Tod seiner Frau am Neujahrstag 2010 ist Rainer Winkler allein die treibende Kraft für das Projekt, das im kommenden Jahr 20 Jahre alt wird. Und nicht nur das. Trotz seiner inzwischen 75 Jahre treibt ihn das Wohlergehen der Stadt um. Mit der Zukunftswerkstatt engagiert sich Rainer Winkler, mischt sich ein, wo es zu langsam vorangeht. Und er treibt seine Vision für die Stadt voran: Schleswig als Gesundheitsstandort.

Schleswig – das sei für ihn immer eine Herzensangelegenheit gewesen. Schon als er sich in den 80er Jahren für eine leitende Stelle in einem Krankenhaus entscheiden konnte, war für ihn klar, dass es in einer Stadt mit großer Geschichte sein sollte. Da war die Schleistadt erste Wahl, hier wurde der gebürtige Husumer 1985 Chef der Chirurgie am Martin-Luther-Krankenhaus. Und mit seiner Ehefrau und zwei Kindern glücklich. „Insofern war die Jugendstiftung für uns beide auch Ausdruck dafür, dass wir dieser Stadt etwas zurückgeben wollen.“ Und das taten sie mit ganzem Herzen, Rainer Winkler zunächst eher im Hintergrund, immer vorweg Monika Winkler. „Sie konnte das ja viel besser als ich.“

Auslöser des großen ehrenamtlichen Engagements war das drohende Aus des Kinderhauses, als das ursprüngliche Kinderspielzentrum obdachlos zu werden drohte, weil der Hauseigentümer – die Sparkasse – das Domizil verkaufen wollte. Die Winklers entschlossen sich kurzerhand zum Erwerb des Gebäudes und bauten es bis 1996 zu einem Paradies für Kinder um. „So kamen wir dazu wie die Jungfrau zum Kind“, schmunzelt Rainer Winkler. Seither wurde das Angebot ständig erweitert (demnächst um Deutschkurse für Flüchtlingsmütter mit kleinen Kindern). Das Werben um Spenden und um Paten wurde für die Winklers zu einer zeitaufwendigen, aber auch erfüllenden Aufgabe.

Ebenfalls viel Zeit investiert Rainer Winkler in die Zukunftswerkstatt, eine Bürgerinitiative, die vor dem Hintergrund des Disputs in der Stadt um die Ansiedlung einer Gesundheitstherme entstand – und den Gesundheitsstandort nach wie vor voranbringen will, auch wenn die Thermen-Idee längst Geschichte ist. „Als pflegender Angehöriger hat man eigentlich keine Chane, mal Urlaub zu machen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung“, betont Winkler und sieht unter anderem daher im Gesundheitstourismus eine große Chance für Schleswig.

Darüber hinaus engagiert sich Rainer Winkler nicht nur im Bündnis für Familie, sondern ist auch seinem Faible für die Historie treu geblieben – als Redaktionsleiter der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte („Ich bin schließlich Vielschreiber“). Und selbst die ruhige Chirurgen-Hand kommt nicht zur Ruhe. Seit seinem Ruhestand malt Winkler und baut aus Holz Schiffsminiaturen, die er bereits des Öfteren öffentlich ausstellen konnte. Die Nominierung als „Mensch des Jahres“ empfinde er als ehrenvoll, sagt Winkler, denn das Ehrenamt fülle ihn voll aus. „Natürlich investiert man viel Zeit, aber am Ende geht man immer mit einem Plus raus.“

 
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