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Schüler-Kunst : Kampf um den Springer auf der Schlei

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„Galerie auf der Schlei“: Eine Initiative sammelt Geld, um das stadtbekannte Schüler-Kunstwerk zu kaufen – und dauerhaft fürs Stadtbild zu erhalten.

Kunst ist bekanntlich Geschmacksache, über die sich sehr gut streiten lässt. Das trifft auch auf die Objekte der „Galerie auf der Schlei“ zu. Unvergessen bleibt die schwimmende Telefonzelle, die vor 18 Jahren die Gemüter in Schleswig erhitzte. Selten aber hat ein Kunstwerk so einhellig Anklang gefunden wie „Der Sprung“, der diesen Sommer Einheimische wie Gäste gleichermaßen erfreut. Das denkt sich auch der Museumspädagoge Jens Nielsen, der das von drei Lornsenschul-Abiturienten erschaffene Kunstwerk unbedingt für die Allgemeinheit erhalten möchte. „Schleswig als Kulturstadt kann es sich zunehmend weniger erlauben, ästhetische und das Stadtbild verschönernde Kunst zu entfernen“, sagt der 45-Jährige. „Der Sprung“ sei für eine Schülerarbeit „sehr hochwertige Kunst“. Das hätten ihm viele Gäste bei seinen Führungen durch Schleswig bestätigt, berichtet der Chef der „Agentour Zeitensprung“.

Am Freitag nächster Woche werden die elf Skulpturen der diesjährigen Galerie auf der Schlei abgebaut. Und damit verschwindet auch der im Boden verankerte Weitspringer vom Wasser vor der Uferpromenade. Nun ist Nielsen vor wenigen Tagen auf eine Kleinanzeige bei Ebay  gestoßen, in der die Abiturienten den „Sprung“ zum Kauf anbieten. Daraufhin startete er über Facebook eine Initiative, mit der er um Spenden wirbt, um das Kunstwerk zu kaufen und der Stadt weiter zur Verfügung zu stellen. Per Mail hat sich der gebürtige Schleswiger Nielsen auch an Bürgermeister Arthur Christiansen gewandt und um Mithilfe bei der Suche für einen neuen Standort gebeten.

Etwa 1000 Euro hofft Lennart Thoben (19) mit dem Verkauf zu erlösen. Diese Summe entspricht dem Materialwert. „Das Kunstwerk ist zu schade, als dass man es am Ende einfach auf den Müll wirft“, sagt der Fahrdorfer, der die Plastik  gemeinsam mit Maria von Feilitzsch (20) und Max Reimann (19) hergestellt und dafür von ihrem Kunstlehrer Holger Sagunski die Note eins bekommen hat.  „Wir haben aber von Anfang an gesagt, dass wir uns nicht persönlich bereichern, sondern den Erlös für einen guten Zweck spenden wollen.“ So könne das Geld an Sportvereine oder aber an die Sportfachschaft der Lornsenschule gehen. Thoben und seine beiden Mitstreiter waren bis zu ihrem Abitur in diesem Jahr im Sportprofil, und so lag es nahe, dass auch ihr Kunstprojekt einen Bezug zum Sport haben würde.

Auf Thobens Anzeige hin haben sich nach eigenen Angaben bereits mehrere Privatpersonen aus Schleswig und Umgebung gemeldet, die bereit wären, 1000 Euro für den „Sprung“ hinzublättern. Ein Interessent erwäge zum Beispiel, die Skulptur als Rankgitter im Garten aufzustellen. Doch Thoben zeigt sich von Nielsens Initiative überzeugt: „Es wäre schön, wenn das Kunstwerk dem Stadtbild erhalten bliebe.“

Im Rathaus gibt man sich zurückhaltend. „Herr Nielsen hat sein Anliegen dem Bürgermeister gestern per Mail mitgeteilt. Dieses Anliegen konnte noch nicht bearbeitet werden“, teilte Stadtsprecherin Antje Wendt gestern auf SN-Nachfrage mit. Generell verhalte es sich aber so, „dass die Stadt grundsätzlich kein Interesse an der Übernahme der Werke aus der Galerie auf der Schlei hat, da es sich um Objekte handelt, die von ihrer Konzeption nur für eine begrenzte Lebensdauer gedacht sind“.

Begrenzte Lebensdauer? Lennart Thoben weist auf die Robustheit des Metallgestells samt Kunststoff-Figuren hin, die auf der Schlei häufig einem starken Wind ausgesetzt seien.  Wenn er mitentscheiden dürfe, würde er das Kunstwerk auf den Königswiesen installieren.  Dort könne der Weitspringer dann zum Sprung über den Kanal ansetzen. Thoben: „Ich glaube, das würde dort  gut aussehen.“Alf Clasen Wer die Initiative von Jens Nielsen unterstützen möchte, kann sich bei ihm unter folgender Telefonnummer melden: 0431/338928.

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erstellt am 18.Sep.2014 | 19:01 Uhr

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