Schleswig : Kampf gegen rechtsradikale Sticker

Aufkleber auf Laternenmasten sind hartnäckig – mit Hilfe von Ceranfeld-Schabern werden sie jetzt abgekratzt.
Aufkleber auf Laternenmasten sind hartnäckig – mit Hilfe von Ceranfeld-Schabern werden sie jetzt abgekratzt.

Mitarbeiter der Umweltdienste entfernen seit Wochen in mühsamer Handarbeit Aufkleber von Laternenmasten und Verkehrsschildern.

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04. April 2018, 07:00 Uhr

Schleswig | 30 Arbeitsstunden haben Mitarbeiter der Umweltdienste in den vergangenen Wochen schon damit verbracht, Aufkleber von Straßenschildern, Laternen und Mülleimern zu entfernen. Im Visier sind dabei insbesondere Sticker mit rechtsradikalem Inhalt. Zwei Bürger hatten die Stadtverwaltung darauf aufmerksam gemacht, dass diese klebrigen Botschaften in jüngster Zeit vermehrt auftauchen.

Im Rathaus hatte man daraufhin eine Liste von 69 rechtsradikalen Abbildungen erstellt und die Umweltdienste der Stadtwerke mit der Aufgabe betraut, diese restlos zu entfernen.

Rainer Raup, der Geschäftsführer des Kriminalpräventiven Rates (KPR) der Stadt Schleswig: „Wir haben bereits mit Vertretern der Polizei, den Stadtwerken und den örtlichen Schulleitungen gesprochen. Diese sollen für das Thema sensibilisiert werden.“ Die Verwendung einiger Motive erfülle einen Straftatbestand, betont Raup. Eine entsprechende Strafanzeige wurde gestellt, da bislang jedoch keine Täter gefunden wurden, wird die Polizei weiter ermitteln.

Wunderwaffe Ceranfeld-Schaber

Indes entpuppte sich das Entfernen der Aufkleber als kompliziert. Arne Kähler von den Umweltdiensten spricht von einer „Sisyphos-Arbeit“, da die Aufkleber schneller wiederkehren, als sie zu entfernen sind. Auch ist das Papier hartnäckig. „Ceranfeld-Schaber haben sich noch am besten bewährt. Durch die wechselnden Wetterbedingungen haften die Aufkleber sehr stark auf den Oberflächen“, fügt er hinzu.

Das wechselhafte Wetter der vergangenen Wochen habe zudem dazu geführt, dass die Arbeit nur mit Unterbrechungen fortgesetzt werden konnte. Die Mitarbeiter reinigen die Stadt systematisch, eingeteilt in verschiedenen Straßenzügen. 34 Straßen sind bereits erledigt. „Da die Verfremdung von Verkehrsschildern eine Gefährdung für die Verkehrssicherheit darstellt, haben diese Priorität. Natürlich werden aber auch öffentliche Flächen – wie Laternen, Mülleimer und ähnliches – gesäubert“, sagt Kähler.

Die Kosten der ganzen Arbeiten seien gegenwärtig noch nicht abschätzbar. Die Beteiligten konzentrieren sich zwar auf die Entfernung von Aufklebern mit radikalen Inhalten. Im Zuge der Reinigungsaktion werden aber auch alle anderen Sticker entfernt. Bei diesen handle es sich aber nicht unbedingt um Straftaten. „Sticker mit harmlosen Inhalten gelten nur als Sachbeschädigung, wenn sie schwer zu entfernen sind oder die Oberfläche beschädigt wird“, teilt Christian Kartheus von der Pressestelle der Flensburger Polizei mit.

Wer also zum Beispiel mit Tesafilm einen Zettel an Laternenmasten pinnt und damit zum Beispiel nach einer entlaufenen Katze sucht, kann dies weiterhin tun.

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