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Stau auf der A7 bei Jagel : Kampf gegen das Achterbahn-Gefühl

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Marode Entwässerungsleitungen sorgen für Bodenwellen auf der A7 zwischen Owschlag und Jagel. Jetzt wird eine Baustelle für die langwierigen Reparaturarbeiten eingerichtet. Schon Freitag staute sich der Verkehr.

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erstellt am 13.Sep.2014 | 07:45 Uhr

Die Wellen in der Autobahn haben beinahe schon Kultstatus. Kurz vor der Anschlussstelle Jagel gibt es auf der A7 in Richtung Norden Unebenheiten in der Fahrbahn, die bei entsprechender Geschwindigkeit bei Autofahrern ein leichtes Gefühl von Achterbahn auslösen und ihnen einen Moment der Schwerelosigkeit bescheren.

Grund für die Berg- und Talfahrt sind defekte Entwässerungsleitungen, die parallel zur Straße verlaufen, wie Stefanie Berkner vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr erklärte: „Die alten Leitungen, die aus den 1970-er Jahren stammen, sind löchrig. Es fließt Wasser aus, das die Fahrbahn unterspült und mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Wellen verantwortlich ist.“ Eine Gefahr für den Verkehr gehe davon zwar nicht aus, dennoch werden die alten Leitungen jetzt ersetzt, nicht zuletzt, um den Fahrkomfort wieder herzustellen. Stefanie Berkner machte allerdings deutlich, dass die Beulen in der Fahrbahn zunächst nicht beseitigt werden. „Wir werden jetzt zunächst die maroden Abwasserleitungen ersetzen“, erklärte sie.

Bis Ende Dezember wird die Leitung neben der Fahrbahn in Richtung Norden auf einer Länge von zwei Kilometern für insgesamt zwei Millionen Euro ausgetauscht. Da spätestens dann der Winter kommt, bleibt es zunächst bei dieser Maßnahme. „Für mehr haben wir keine Zeit“, sagte Stefanie Berkner. Erst im kommenden Jahr sind die Leitungen neben der Spur in Richtung Süden und im Mittelstreifen der Autobahn an der Reihe.

Einen Vorgeschmack auf die damit verbundenen Verkehrsbehinderungen erhielten die Autofahrer erst gestern wieder: Die Autobahn wurde in beiden Richtungen auf eine Spur verengt, um die Baustelle gefahrlos einrichten zu können. Der Rückstau reichte bis zur B 76. Es ist geplant, den Verkehr während der Bauarbeiten komplett auf die Fahrspur Richtung Süden umzuleiten. Aus diesem Grund werden zurzeit Mittelleitplanken entfernt, um den Fahrbahnwechsel zu ermöglichen. Zudem wird nach Auskunft von Stefanie Berkner eine Nothaltebucht eingerichtet. Die eigentlichen Arbeiten sollen laut Plan in etwa zwei Wochen beginnen und in der ersten Phase drei Monate dauern.

Mit neuen Entwässerungsleitungen aber ist das „Problem“ der Bodenwellen auf der Autobahn noch längst nicht gelöst. „Wir beseitigen jetzt zunächst einmal die wahrscheinliche Ursache“, erklärte Stefanie Berkner. „Die Fahrbahn muss noch warten.“ Grund dafür ist die Tatsache, dass das Wasser aus den defekten Leitungen den Untergrund nachhaltig geschädigt hat. „Wir müssen abwarten, wie sich die neuen Leitungen auswirken. Auf jeden Fall muss sich der Boden zunächst einmal beruhigen und setzen“, sagte die Expertin. Erst danach sei es sinnvoll, auch die Fahrbahn in Ordnung zu bringen.

Die Dauer und die Unterbrechungen der Arbeiten bedeuten, dass die A7 zwischen den Anschlussstellen Owschlag und Jagel für lange Zeit zum Nadelöhr wird. Wann auf diesem Streckenabschnitt wieder freie Fahrt ohne Achterbahn-Gefühl möglich ist, steht noch nicht fest.

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