zur Navigation springen

Konzert auf Schloss Gottorf : Kalter Sommer im Hirschsaal

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kammerphilharmonie Köln präsentierte unter anderem Sätze aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“.

Mit stehenden Ovationen wurde die Kammerphilharmonie Köln verabschiedet, die am Karsonnabend im gut besuchten, jedoch nicht ausverkauften Hirschsaal von Schloss Gottorf gastierte. Wie stets, wenn die sieben Künstler durch den Norden touren, präsentierten sie ein abwechslungsreiches Programm mit bekannten Werken. Auch dieses Mal wählte das sehr professionell spielende Ensemble gut gelaunt den zugkräftigen und virtuos-gewittrigen Sommer aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Die Solo-Geige spielte Sergej Didorenko, der fantastisch leicht durch die Saiten jagte, doch auch um Showeffekte nicht verlegen war. Indes wirkte der Sommer ob der Routine doch ein wenig kalt und wenig mitreißend. Da war die „Carmen-Fantasie op. 25“ von Pablo de Sarasate in einer Bearbeitung für Streicher, die Didorenko gegen Ende spielte, dann doch leidenschaftlicher und überzeugte mehr.

Nach der hörbar schwierig zu spielenden „Dritten Streichersonate C-Dur“ von Gioachino Rossini, der diese und fünf weitere im zarten Alter von zwölf Jahren komponiert hatte, erklang das süffig zu Gehör gebrachte „Konzert A-Dur op. 8 für Gitarre und Streicher“ aus der Feder von Ferdinand Carulli. Adam Solta, der zuvor in Vivaldis Sommer als Cembalo-Ersatz eine prächtige Theorbe zupfte, spielte nun die Solo-Gitarre. Ebenso zeigte er sein Können im feurigen Finalsatz des „Gitarrenquintetts op. 40 Nr. 2“ mit dem Untertitel „Fandango“ von Luigi Boccherini, der einst am spanischen Hof als Cello spielender Kammervirtuose und Komponist beschäftigt gewesen war. Nicht zuletzt glänzte der Cellist Dmitri Gornowskij in Peter Tschaikowskijs „Pezzo Cappricioso“, dem kleineren Bruder der berühmten „Rokoko-Variationen“ – der aber stellenweise in Schwierigkeit und Virtuosität durchaus ebenbürtig erschien.

Als Zugabe erklang der populäre und virtuose „Csárdás“ von Vittorio Monti und – vermutlich wegen der frostigen Temperaturen der klaren Vollmondnacht – der erste Satz aus dem „Winter“ von Vivaldi.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen