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Ellingstedter Eiswette : Kalte Finger reichen nicht aus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mit Spannung warteten die Ellingstedter auf das Ergebnis ihrer Eiswette: Ist der Dorfteich zugefroren oder nicht?

War der Frost gerade noch rechtzeitig gekommen? Das war die große Frage, als gestern vormittag um 11 Uhr die Eiswette in Ellingstedt aufgelöst werden sollte. Kalt genug fühlte es sich jedenfalls an, als mehr als 80 junge und ältere Gäste in Richtung Feuerlöschteich marschierten. Es ist in Ellingstedt längst zu einer geselligen Tradition geworden, darauf zu wetten, ob am ersten Sonntag des neuen Jahres Eis auf dem Teich ist oder nicht.

Seit fünf Jahren wird nämlich während des Oktoberfestes, das von der Theatergruppe des Ortes gemeinsam mit anderen Vereinen organisiert und von den meisten Ellingstedtern besucht wird, gewettet, ob eine geschlossene Eisdecke auf dem Löschteich im Söhl liegt. Im Oktober 2015 prognostizierten dabei noch 75 Teilnehmer „fließendes Wasser im Teich“, 65 Personen tippten allerdings auf Eis.Nach den lauen Temperaturen zu Weihnachten und dann dem Kälteeinbruch in den letzten Tagen wurde es am Sonntag so richtig spannend: Eis oder Wasser? Steif gefrorene Finger bei gefühlten Minus 15 Grad Celsius und sich schmerzvoll gegen die Kälte wehrende Zehen deuteten am Morgen eigentlich ein klares Ergebnis an.

Aber kalte Finger bedeuten noch keine geschlossene Eisschicht – und die Wette hat klare Regularien und eine feste Vorgehensweise: Zunächst wird die Oberfläche des Gewässers beschaut, dann eine Probe eingeholt, die gemessen und geprüft wird. Zeremonienmeister und Theaterspieler Bernd Falkenhagen ging das Wagnis ein, in Frack, Zylinder und Gummistiefeln feierlich eine Probe aus dem Teich zu entnehmen. Er schaffte es, ohne nasse Füße zu bekommen. Die Probe wurde vor allen Anwesenden durch Bürgermeisterin Petra Bargheer-Nielsen mit Lupe und Messstab ausgewertet. „Kein Eis“, konstatierte dann die Bürgermeisterin. Die Oberfläche des Teiches war nicht ausreichend gefroren– ganz im Gegensatz zu den Gästen, die sich beeilten, so schnell wie möglich den beheizten Schuppen zu erreichen. Dort warteten heiße Getränke und deftige Suppen. Und so war es möglich, dass die Menge an der Auslosung der Wett-Gewinner wieder aufgewärmt und fröhlich teilnehmen konnte.

Mit Hilfe von Lina Hansen als Glücksfee wurden unter allen, die auf „kein Eis“ getippt hatten, 15 Gewinner gezogen. Sie konnten sich über Freikarten zum nächsten Theaterstück in Ellingstedt und viele andere Preise freuen. Die Hauptgewinne, Gutscheine über 100 und 150 Euro, gingen an Christina Plähn und Uwe Jahn.

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