Schleswig : Kajakfahrer aus Seenot gerettet

Stürmische See: Zwei der Wassersportler erreichten das Ufer der Freiheit im Rettungsboot „Walter Merz“. Die beiden anderen Paddler retteten sich aus eigener Kraft.
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Stürmische See: Zwei der Wassersportler erreichten das Ufer der Freiheit im Rettungsboot „Walter Merz“. Die beiden anderen Paddler retteten sich aus eigener Kraft.

Wassersportler kentern im stürmischen Wind – und lösen einen Großeinsatz an und auf der Schlei aus.

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18. August 2015, 07:50 Uhr

Der Wind blies am Montagnachmittag konstant mit Stärke 6 über die Schlei, zum Abend hin erreichte er in Böen die Stärke 8. Kitesurfer glitten über die Kleine Breite – und mittendrin kämpften vier Kajakfahrer mit den Wellen. Zwei von ihnen kenterten. Der reaktionsschnellen Besatzung des Schleswiger Rettungsbootes „Walter Merz“ war es zu verdanken, dass es nicht zu einem Unglück kam.

Angehörige der Kajakfahrer hatten um kurz vor 18 Uhr den Notruf alarmiert – und lösten damit einen Großeinsatz aus. Der Holmer Fischer Nils Ross, der zu den ehrenamtlichen Besatzungsmitgliedern der „Walter Merz“ zählt, stieg von seinem Fischerboot sofort um auf das Rettungsboot, und gemeinsam mit Vormann Paul Cugier machte er sich auf den Weg zu den Kajakfahrern in Seenot. Von der anderen Seite der Schlei her kamen Mitglieder der Fahrdorfer Feuerwehr mit ihrem erst vor wenigen Wochen in Dienst genommenen Ölwehrboot. Ihre Hilfe wurde nicht mehr benötigt.

Einer der Wassersportler hatte sich bereits an Land gerettet. Ein weiterer saß noch immer sicher im Boot und paddelte aus eigener Kraft weiter in Richtung Ufer. Paul Cugier und Nils Ross nahmen die beiden gekenterten jungen Männer und ihre Kajaks an Bord und steuerten den kleinen Strand an der Promenade auf der Freiheit an. Dort warteten bereits Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungssanitäter und Notarzt. Der Arzt geleitete die Paddler sicherheitshalber zum Rettungswagen. Nach eigenen Angaben waren sie jedoch unversehrt.

„Die Schlei wird immer wieder unterschätzt“, sagte Cugier nach dem Einsatz. „Bei so viel Wind, wenn sich Schaumkronen auf den Wellen bilden, ist man im Kajak schnell auf verlorenem Posten.“ Dabei waren die vergangenen Wochen für den Vormann und seine Besatzung ausgesprochen ruhig. „Die Probleme mit der Klappbrücke in Lindaunis machen sich bemerkbar“, sagte Cugier. „Es kommen spürbar weniger Segler als in den vergangenen Jahren nach Schleswig.“

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