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Tamme Hanken in Alt Bennebek : Kälberschau mit dem XXL-Ostfriesen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Beim Tag des offenen Hofes wirbt Tamme Hanken wirbt in Alt Bennebek für die Landwirtschaft. Buntes Programm auch auf dem Hüsbyer Erlebnisbauernhof.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2016 | 10:45 Uhr

„Schleswig-Holstein ist das Land, wo Milch und Honig fließen“, begrüßte „XXL-Ostfriese“ Tamme Hanken die Besucher am Tag des offenen Hofes beim Viehbetrieb „Bayern-Genetik“ in Alt Bennebek. Der aus dem Fernsehen als „Knochenbrecher“ bekannte Hanken beließ es nicht beim schönen Geplänkel, sondern sprach offen aus, was viele dachten: „Wir Landwirte müssen zusammenrücken und zeigen, dass wir noch breite Schultern haben.“

Eigentlich war der Ostfriese nach Alt Bennebek gekommen, um beim „Bambini-Cup“ über den Nachwuchs zu richten. Mädchen und Jungen hatten teilweise wochenlang trainiert, damit sich ihre Schwarzbunt- und Fleckviehkälber mit Namen wie „Emma“ oder „Flecki“ möglichst vorteilhaft im Ring präsentierten. „In Betrieben, wo Kälber noch Namen haben, da ist die Welt in Ordnung“, sagte Tamme Hanken. Mühelos gelang es ihm, neben aller Unterhaltung auch politische Botschaften loszuwerden. So sprach er sich für den Einkauf im Tante-Emma-Laden und nicht beim Discounter aus. Er verstehe nicht, was „unsere Bundesregierung an den Russen so schlecht findet“ spielte er auf die Sanktionen der EU an, die Moskau mit einem Boykott europäischer Lebensmittel beantworte. „Ich wünsche euch Bauern gute Preise“, schloss er.

Auch Klaus-Peter Dau, Vorsitzender des Kreisbauernverbands, sprach mit vielen Besuchern über die Krise in der Landwirtschaft. „Viele Verbraucher können und würden mehr für Milch bezahlen“, meinte er – Landwirten würde das die Existenz sichern. Zumal in Gebieten mit moorigen Böden wie der Eider-Treene-Sorge-Niederung nur Viehzucht möglich sei. Genau in dieser Region hat sich die Bayern-Genetik GmbH, die das in Süddeutschland verbreitete Fleckvieh global vermarktet, vor 15 Monaten einen neuen Standort mit 200 Tieren aufgebaut. Fleckvieh sei robust, könne mehr mit Grünfutter anfangen als Holsteiner Kühe, erklärte Martin Seidl, Bereichsleiter Rindervermarktung. Es liefere mehr Fleisch und weniger Milch, aber bessere Qualität. „Es wird vermehrt hier eingesetzt“, stellte Seidl fest.

Das sah man an den vielen Fleckvieh-Kälbern, die der Bauern-Nachwuchs vorstellte und bei einer „Rallye“ über Wippen und Stangen führte. „Bist du sicher, dass du ein Fleckvieh hast und keinen Muli?“ fragte Tamme Hanken einen Jungen, dessen Kälbchen sich störrisch zeigte. Doch dann gab er einen Tipp, woran man ein Fleckvieh erkennt „Es geht vor dem Ostfriesen auf die Knie“, scherzte er, als ein Kalb etwas schwach auf den Beinen war.

Der XXL-Ostfriese mag die größte Attraktion am Tag des offenen Hofes gewesen sein, aber nicht die einzige. Die 4500 Besucher konnten die Ställe des Zuchtbetriebs sowie Viehtransporter besichtigen. Im Schweinemobil wurde eine moderne Box mit Bürste und Spielzeug ausgestellt und es gab Angebote für die Gartengestaltung. Alle Altersgruppen begeisterten sich für die vielen Traktoren – von hochmodern bis zum Oldie. Dort machte auch die 20-monatige Hanna Marie mit ihren Eltern Ramona und Sven Ullrich eine Pause. Wegen der Trecker seien sie gekommen und um Tamme Hanken zu sehen. Außerdem höre man so viel Schlechtes aus der Landwirtschaft, „da wollten wir selber gucken“, sagte Sven Ullrich. Und was sie sahen, begeisterte sie: „Super!“

„Der Hof macht einen tollen Eindruck. Er ist sauber, ordentlich und gut organisiert. Hier wurde gut investiert“, fiel das Fazit von Niels Neumann positiv aus. Mit seinen Kindern Lotta (3) und Hannes (1) sei er aus „reiner Neugierde“ zum Hof gefahren. Angesichts des sommerlichen Wetters schloss er: „So kann man seinen Sonntag verbringen.“

Auch andere Höfe präsentierten sich der Öffentlichkeit – so etwa der Erlebnisbauernhof von Silke Falkowski in Hüsby. Sie und ihr Lebensgefährte Dirk Clausen haben die Milchvieh-Wirtschaft aufgegeben und sehen sich auf dem richtigen Weg. „Unser Angebot wird toll angenommen“, erklärte die Erlebnispädagogin, die neben vielen Kinder- und Schulgruppen auch mit der Selbstvermarktung von Wollschweinen und Rindern punkten kann. Am Tag des offenen Hofes selbst wurde neben dem Rundgang durch das Rapsfeld dabei eine Menge geboten: Ponyreiten, die Strohburg zum Toben und allerlei handzahme Tiere – vom Kaninchen angefangen über Esel, Schweine bis hin zu Hühnern und großen Rindern. „Es ist einzigartig, wie viele verschiedene Tierarten hier sind“, freute sich Stefanie Schröder. Die Flensburgerin traf sich auf dem Erlebnisbauernhof mit ihrem fast zweijährigen Patenkind Melina und deren Mutter Jana Frehse aus Kiel. „Das ist der erste Bauernhofbesuch für das Stadtkind“, erzählte Jana Frehse lachend.

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