Schleswig : K.o.-Tropfen und Sexting – Infoabend am Mittwoch

Die Mitglieder des Arbeitskreises gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen laden morgen zu dem Infoabend ein.
Die Mitglieder des Arbeitskreises gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen laden morgen zu dem Infoabend ein.

Fachleute informieren am Mittwoch darüber, welche Gefahren für Schüler im Internet lauern.

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29. November 2016, 07:02 Uhr

Nacktfotos per Handy an den Freund oder die Freundin schicken: Das sogenannte Sexting ist längst auch bei Schülern aus Schleswig und Umgebung gang und gäbe. Ebenso wie die Probleme, die damit einhergehen können. Gleiches gilt für den Einsatz von K.o.-Tropfen auf privaten Partys oder in der Disco. Zu glauben, dass es all das nur in der Großstadt, nicht aber vor der eigenen Haustür gibt, ist naiv. Das betonen die Mitglieder des Arbeitskreises gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen im Kreis Schleswig-Flensburg. Und deshalb laden sie am Mittwoch, 30. November, um 19 Uhr – anlässlich des Anti-Mobbing-Tages 2016 – zu einer Informationsveranstaltung in den Bürgersaal des Kreishauses ein. Thema: „K.o.-Tropfen und Sexting – Ist Dein Drink clean? Das Netz vergisst niemals.“

„Sexting ist inzwischen sehr verbreitet, schließlich hat jeder Jugendliche heutzutage ein Handy. Aber es birgt sehr große Gefahren. Manchmal dauert es keine 15 Minuten, dann hat die halbe Schule das Foto weitergeleitet bekommen“, erzählt Schulpsychologe Roland Storjohann. Die Folgen seien in der Regel verheerend, oft bleibt den Betroffenen nur ein Schulwechsel. „Da gibt es kollektives Mobbing und gleichzeitig große Scham. Oft wissen Eltern und Schule lange nicht, was los ist.“

Wie kann so eine Situation bewältigt und wie können die Kinder schon im Vorfeld sensibilisiert werden? Darum soll es unter anderem bei dem Infoabend, zu dem mehrere Experten (Ärzte, Polizisten, Erziehungsberater) eingeladen sind. Ebenso soll es um das Thema K.o.-Tropfen gehen. „Wenn sie zum Einsatz kommen, kommt es meistens auch zum sexuellen Missbrauch“, sagt Klaus Machlitt von der Erziehungsberatung der Diakonie in Schleswig. Das Fatale daran sei, dass es sich um vorsätzliche Taten handele, die oft innerhalb des Bekanntenkreises passierten.

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