Schleswig : JuZ-Leiterin Sandra Martensen: „Wir machen das Beste aus der schwierigen Situation“

Hasan gibt sich beim Zubereiten seiner Pizza viel Mühe.
Hasan gibt sich beim Zubereiten seiner Pizza viel Mühe.

Warum das Jugendzentrum für viele Kinder so wichtig ist.

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09. August 2020, 18:48 Uhr

Schleswig | Im März und April war das Schleswiger Jugendzentrum (JuZ) wegen der Coronakrise geschlossen. Seit der Wiedereröffnung im Mai „versuchen wir, den Kindern wieder etwas Normalität zu geben“, erklärt Leiterin Sandra Martensen. Während der Sommerferien gab es deshalb jeden Tag Aktivitäten, darunter Minigolf, Ausflüge zum Reiterhof oder nach Sylt sowie den „Pizza‐Freitag“, der auch am letzten Ferientag stattfand.

Anmeldungen kamen diesmal erst spät

„Wir hatten eine breite Mischung an Angeboten für alle Altersgruppen“, erzählt sie. Dabei fanden die Aktivitäten stets mit reduzierter Teilnehmerzahl und wenn möglich draußen statt, um den Abstandsregeln gerecht zu werden. Zwar seien alle Aktionen ausgebucht gewesen, „aber es ist schon aufgefallen, dass die Anmeldungen spät gekommen sind“, sagt Martensen. Viele Eltern seien aufgrund der unsicheren Situation zurückhaltend gewesen. Dabei bräuchten die Kinder eine Struktur und Rituale, ist sie überzeugt. Auch in den Ferien.

Als das JuZ im Mai eine Notbetreuung eingerichtet hatte, „haben wir gemerkt, dass die Zeit der Schulschließung kontraproduktiv gewesen ist“. So hätten die Kinder Schwierigkeiten gehabt, sich zu konzentrieren, erzählt sie. In der Zeit hätten sie erstmals auch vormittags eine Betreuung für bis zu 15 Kinder angeboten. Aufgrund der Beschränkung hätten sie einzelne Kinder aber teilweise wieder nach Hause schicken müssen, erzählt sie. „Da blutet einem das Herz.“ Aber damals wie heute gelte: „Wir machen das Beste aus der schwierigen Situation.“

Kinder halten sich an die Regeln

Die neuen Hygieneregeln hätten die Kinder schnell verinnerlicht, sagt Sandra Martensen: „Wenn sie reinkommen, waschen sie sich die Hände und halten Abstand. Mundschutz müssen wir zum Glück nicht tragen.“ Den Kindern tue die Zeit im Jugendzentrum gut und sie hätten Spaß, betont sie: „Daher sind wir froh, dass wir überhaupt öffnen dürfen. “

Zweites Halbjahr wird "normal" geplant

Das sind auch Lea (9), Hasan (12) und die Geschwister Zoey (7), Kilian (8) und Julian (12), die am Freitag mit JuZ-Mitarbeiter Viktor Durnyh Pizza zubereiteten. „Das macht Spaß“, meinte Julian und belegte seinen Teig mit viel Peperoni. Mit seinen jüngeren Geschwistern sei er die letzten Wochen oft im Jugendzentrum gewesen, erzählte er. Während die Pizzen belegt mit Peperoni und Käse oder einer Mischung aus Nuss-Nougat-Creme und Käse im Ofen brutzelten, gingen die Kinder toben. „Sie haben aufgestaute Energie“, so Martensen.

Das zweite Halbjahr 2020 werde nun normal geplant, sagt die Leiterin des Jugendzentrums – „mit dem Risiko, Dinge absagen zu müssen oder in kleineren Gruppen stattfinden zu lassen.“

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