zur Navigation springen

Junges Quartett sorgt für Sternstunde im Angeliter Konzertsommer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 17:39 Uhr

Eine wahre Sternstunde der Angeliter Sommerkonzerte durfte das Publikum in der St.-Laurentius-Kirche zu Munkbrarup erleben, als vier junge Musiker den Altarraum betraten und bereits mit den ersten Takten deutlich wurde, dass etwas ganz Besonderes zu erwarten war.

Die vier jungen Menschen, 22 und 23 Jahre alt, zeigten sich bestens aufeinander abgestimmt und mit intensivem Blickkontakt sowie blitzsauberen Einsätzen manch altehrwürdigem Streichquartett ebenbürtig. Juliane Elisabeth Fischbeck (1. Violine), Johannes Hupach (2. Violine), Jonathan Kliegel (Viola und Moderation) und Miriam Schwesing (Violoncello) lernten sich als Musikstudenten in Weimar kennen und gründeten 2012 das Weimarer Streichquartett, das gerade in das prägnantere „Ilm-Quartett“ umgetauft wurde. Der hervorragenden Qualität der „fantastischen Vier“ tat dies keinen Abbruch, sie hatten sich mit Grieg, Tschaikowsky und Mendelssohn kein leichtes Programm zusammengestellt.

Jedes dieser Werke wirkte in der frischen, jugendlich-straffen und klaren Interpretation des Quartetts wie gerade erst komponiert. Das war auch bei Edvard Griegs unvollendet gebliebenem Streichquartett in F-Dur zu erahnen. Seine Nähe zu den nordischen Volksliedern und der Natur wechselte mit seinem inneren Ringen um große Formen ab; vom „Ilm-Quartett“ greifbar, spürbar und hörbar gemacht. Mit Tschaikowskys Streichquartett Nr.1 in D-Dur, op. 11, stellten sich die Vier einer großen Herausforderung und meisterten sie mit Bravour. Vom zartesten Pianissimo bis zum stürmischen Forte, das Quartett wusste, gekonnt zu differenzieren, verfiel nie in überflüssige Sentiments, blieb auch in feurigen Momenten präzise.

Mendelssohns Streichquartett Nr.1 in a-moll, op.13, ein Jugendwerk, bot einen neuen Höreindruck: Liedhaftes gepaart mit einem Hauch beethovenscher Erdenschwere, eine hervorragende Plattform für die jungen Musiker, ihr Können erneut unter Beweis zu stellen. Gleichberechtigt jedes Instrument in seiner Eigenart und dennoch untrennbar miteinander verknüpft, traf Leichtes und Graziöses auf verhaltene Pizzicati und eruptive Ausbrüche. Atemberaubend die gelebte Musik dieses Quartetts, so unmittelbar, so unmissverständlich, so unwiderstehlich – belohnt von sekundenlanger Stille vor dem donnernden Applaus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen