Flensburg : Jugendliche weiter auf Einbruchstour

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21. Dezember 2014, 18:59 Uhr

Die Maßnahme dürfte landesweit einmalig sein. Anfang letzter Woche kündigte die Stadt Flensburg eine regelmäßige Bewachung der öffentlichen Gebäude an, um so ungebetene Gäste fernzuhalten. Initialzündung dafür war eine Brandstiftung vor einem Jahr in der Comenius-Schule, die ohnehin schon mehrfach das Ziel von Einbrechern war. Die jugendlichen Täter konnten ermittelt werden – doch die Einbruchserie will partout nicht abreißen.

Jüngster Fall ist der Einbruch in die Waldschule in der Nacht zu Mittwoch. Wie dreist die Täter vorgehen, zeigt die Tatsache, dass sie trotz der durch einen Bewegungsmelder ausgelösten Flurbeleuchtung einen ungenierten Streifzug durch die Schule unternahmen. „Das ist fast schon beängstigend“, sagt Schulleiter Volker Masuhr. „Sie haben sich schnell orientiert, offenbar gut ausgekannt.“ Vermutlich mit einem Kuhfuß hebelten die Täter eine Tür zum Gebäude auf und drangen ins Lehrerzimmer ein. Dort verlieren sich jetzt vier Schrauben in der Wand, an der einst ein Touchpad hing. Besonders bitter ist für Masuhr der Diebstahl einer Festplatte, auf der wichtige Daten und Fotos aus den letzten zehn Jahren gespeichert waren. „Ein großer Wert für uns, für die Täter eigentlich unbrauchbar“, sagt der Pädagoge. Vor dem Hintergrund eines Gesamtschadens von etwa 5000 Euro hält Masuhr eine Observation öffentlicher Gebäude durchaus für sinnvoll. Und plädiert dafür, die Einrichtungen besser zu sichern, etwa durch Alarmanlagen und Video-Überwachung.

Die Schule auf der Rude wurde binnen weniger Tage gleich dreimal heimgesucht. Die, wie sich im nachhinein herausstellte, Täter im Alter von 14 bis 16 Jahren hinterließen dabei eine Spur der Verwüstung – bis sie nach dem dritten Mal geschnappt werden konnten. Der Rädelsführer ist ein ehemaliger Schüler ist bereits einschlägig in Erscheinung getreten. Er ist gerade mal 14 Jahre jung.

In der Gemeinschaftsschule West waren Unbekannte Anfang Dezember durch ein rückwärtiges Fenster in den Chemieraum eingestiegen und hatten auf ihrem Beutezug mehrere Räume verwüstet. Wenige Tage zuvor hatten drei vermummte Jugendliche das Lehrerzimmer der Kurt-Tucholsky-Schule geplündert und einen Schaden von etwa 3000 Euro hinterlassen. Sie waren kurz nach der Tat von Polizeibeamten überwältigt worden.

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