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Schleswig – Hillingdon – Mantes-la-Jolie : Jugendliche pflanzen einen Baum für die Städtefreundschaft

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Deutsche, französische und britische Jugendliche setzen gemeinsam ein Zeichen für ein einiges Europa.

von
erstellt am 28.Jul.2017 | 08:33 Uhr

Für Stine Mittelstädt (18) aus Schleswig, Sheyma Mebarka (17) aus Mantes-la-Jolie und Jordan Ash (19) aus Hillingdon ist es das Abschiedstreffen. Die Jugendlichen aus den drei Partnerstädten sind zum dritten und letzten Mal dabei beim deutsch-französisch-britischen Jugendaustausch. Vor zwei Jahren in Mantes haben sie sich zum ersten Mal gesehen. Im vergangenen Jahr ging es in den Londoner Stadtbezirk Hillingdon. In dieser Woche haben sie gemeinsam mit 27 weiteren jungen Menschen aus allen drei Städten in der Schleswiger Jugendherberge gewohnt. Jedes Mal sind pro Nation zehn Jugendliche vertreten. Jeder einzelne von ihnen soll nach Möglichkeit drei Jahre mitmachen – und hat dann alle drei Partnerstädte kennen gelernt.

Gestern kamen sie für eine besondere Aktion in die so genannten Städtepartnerschaftsgärten an der Plessenstraße zwischen Dom und Bischofskanzlei. Seit der Landesgartenschau 2008 sind hier ein typisch französischer und ein typisch englischer Garten angelegt. Genau zwischen diesen beiden kleinen Gärten pflanzten die Jugendlichen nun einen Baum, den die Europa-Union gestiftet hatte. Abwechselnd griffen sie zum Spaten. Alle 30 packten mit an. Mitarbeiter der Schleswiger Umweltdienste achteten darauf, dass der Baum – ein Etagen-Hartriegel – so in die Erde gelangte, dass er in den nächsten Jahren gut gedeihen kann.

„In der Grundschule habe ich schon einmal einen Baum gepflanzt“, erinnerte sich Stine Mittelstädt. Trotzdem war die gestrige Aktion für sie eine neue Erfahrung. Also genau das, was sie und die übrigen Jugendlichen sich von dem Austausch erhofft haben. Stine hatte von einer Freundin, die schon in den vergangenen Jahren teilgenommen hatte, von dem Austausch gehört. Bei Sheyma war es der Englischlehrer, der sie darauf ansprach. Obwohl die Kosten für die Teilnehmer relativ gering sind und das deutsch-französische Jugendwerk und andere Institutionen den Austausch finanziell unterstützen, sei es nicht immer einfach, genügend Interessierte zu finden, sagt Rainer Raup, der Geschäftsführer des Kuratoriums für Städtefreundschaft in Schleswig. Dennoch: Seit 1962 hat der Jugendaustausch zwischen den drei Städten in jedem Sommer stattgefunden. Generationen haben auf diese Weise die Partnerstädte kennen gelernt. Damals wie heute ging es den Jugendlichen nicht nur darum, fremde Länder kennen zu lernen, sondern auch darum, Freundschaften zu schließen. In Kontakt zu bleiben, das ist für Stine, Sheyma und Jordan leichter als für ihre Vorgänger in den Anfangsjahren. Sie sind längst über einen gemeinsamen Gruppenchat per Handy miteinander verbunden. Für Karsten Reimer, den Vizepräsidenten des Kuratoriums für Städtefreundschat, gibt das Anlass zur Hoffnung. „Ihr seid diejenigen, die Europa in den kommenden Jahren gestalten werden“, sagte er den Jugendlichen, „und ich hoffe, dass man euch das auch tun lässt.“

An den Teilnehmern des Jugendaustausches, so scheint es, wird es nicht scheitern. So steht für Jordan Ash in dieser Woche der Spaß im Vordergrund – sei es beim Ausflug nach Sylt oder in den Hochseilgarten in Altenhof bei Eckernförde –, aber er weiß auch um die politische Dimension der Städtepartnerschaft. Zum Brexit hat der junge Engländer eine klare Meinung: „Ich hoffe, dass wir doch noch in der EU bleiben. Aber ich weiß nicht, wie realistisch diese Hoffnung ist.“

Karsten Reimer indes ist froh, dass man Hillingdon – wo man traditionell die Städtepartnerschaft nicht so intensiv mit Leben füllt wie in Schleswig und Mantes-la-Jolie – am Jugendaustausch festhält und auch weiterhin Geld dafür zur Verfügung stellt.

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