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Neukirchen : Jugendfreizeit-Häuser werden platt gemacht

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die fünf Zeltdachhäuser des Kreisjugendrings werden durch moderne Neubauten ersetzt.

„Ein bisschen Wehmut ist auch dabei“, sagte gestern Mittag Ralph Schmidt, Vorsitzender des Kreisjugendrings (KJR) Schleswig-Flensburg. Er blickte ein letztes Mal in der Jugendfreizeitstätte Neukirchen auf die fünf hölzernen Zeltdachhäuser, denen die große Schaufel eines Baggers des Abbruch- und Recycling-Unternehmens Sönke Görrissen aus Treia zu Leibe rückte. „Hier haben ganze Generationen von Kindern und Jugendlichen erholsame und spannende Ferien verlebt“, so der KJR-Chef. Wenn nun nach genau 35 Jahren eine Ära zu Ende gehe, bedeute dies eine wichtige Zäsur in der KJR-Geschichte.

Der marode Zustand dieser Quartiere war seit langem kein Geheimnis mehr. Zur Vorbereitung des Abrisses musste vorübergehend ein Stück Knick an der Straße Neukirchen-Habernis beseitigt und eine mit Schotter auf einer weißen Kunststofffolie aufgetragene Zuwegung geschaffen werden. Andernfalls hätte sich der schwere Bagger im weichen Untergrund festfahren können. Der Ersatzweg wird später wieder entfernt.

Gnadenlos schlug die Baggerschaufel zu, nachdem erst die mit Eternit-Pfannen gedeckten Dächer abgetragen worden waren. Diese Sondermüll-Platten wurden sogleich sorgfältig verpackt und zum Abtransport in eine Deponie nach Harrislee zwischengelagert. Das ausgediente Mobiliar gilt als normaler Sperrmüll, die Holzwände werden in einem Heizwerk verbrannt. Selbst die Fundamente kommen weg.

Mit den Häusern verschwinden auch die Inschriften und Wandmalereien, mit denen sich die jungen Bewohner bis zuletzt „verewigen“ wollten. „NK (Neukirchen) ist cool“, stand da noch für eine kurze Gnadenfrist zu lesen, und ein herzlicher Gruß „an Maria“.

Bereits in der kommenden Woche werde mit dem Bau der neuen Zeltdachhäuser begonnen, erklärte Werkleiter Lutz Döring vom Service-Betrieb des Kreises. Den Zuschlag nach dem Ausschreibungs-Wettbewerb erhielt die Söruper Firma Holzhäuser GmbH Carsten Vierck. Döring stellte klar, dass in dem Kostenrahmen von 450 000 Euro auch die Abbruchkosten in Höhe von 15 000 Euro enthalten seien.

Fast 50 Prozent der Gesamtkosten tragen die Aktivregionen „Schlei-Ostsee“, „Mitte des Nordens“ und „Eider-Treene-Sorge“. Döring: „Wir sind froh und dankbar über diese Förderung.“ Die zweite Hälfte der Zuschüsse stammt aus Mitteln des Kreises. Seitens des Landes kam eine geringe Zuwendung hinzu.

KJR-Chef Schmidt blickt nun mit Freude auf die neue Bebauung voraus, die den Aufenthalt in Neukirchen noch attraktiver machen soll. Die Planung sieht die Fertigstellung der Mini-Siedlung spätestens zum Jahresende vor.

 

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erstellt am 22.Okt.2013 | 12:15 Uhr

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