Jubiläum : Jübeker Kirche wird 100 Jahre alt

Am vergangenen Sonntag empfingen Sonne und strahlend blauer Himmel die Jübeker Gottesdienstbesucher nach der  Andacht.  Foto: Bilet
Am vergangenen Sonntag empfingen Sonne und strahlend blauer Himmel die Jübeker Gottesdienstbesucher nach der Andacht. Foto: Bilet

Am 16. Februar 1913 wurde der achteckige Zentralbau aus Backstein geweiht. 100 Jahre später wird zur gemeinsamen Feierlichkeit und damit zum Geburtstag der Kirche eingeladen.

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14. Februar 2013, 07:22 Uhr

Jübek | 100 Jahre - die Jübeker Kirche feiert am Sonnabend runden Geburtstag. Sie wurde am 16. Februar 1913 geweiht und ist seitdem für viele Menschen in der evangelisch-lutherischen Albert-Schweitzer-Kirchengemeinde Jübek/Idstedt ein wichtiger Ort geworden. Ein extra zum Jubiläum gegründeter Festausschuss hat daher eine Festzeitschrift erarbeitet, die einen Einblick in die Geschichte und die heutige Arbeit in der Kirchengemeinde gewährt.
Bevor die Jübeker 1913 ihre eigene Kirche bekamen, mussten sie lange Wege zu den Kirchen in Idstedt und Schuby, die in den Jahren 1903 und 1904 gebaut worden waren, oder gar nach Schleswig in Kauf nehmen. Damals - mit Pferd und Wagen oder gar zu Fuß - ein beschwerlicher Weg. Die Baukosten für die eigene Kirche betrugen 20.000 Reichsmark, heißt es in der Festschrift. Das Kirchenkollegium übernahm davon 5000, das Kirchenkonsistorium 12.500 und die politische Gemeinde 2500 Reichsmark.
Wilhelm Voigt war Kirchenbaumeister des Kirchenverbandes Kiel und zwischen 1900 und 1920 als Architekt vieler Kirchen in ganz Schleswig-Holstein tätig. Er baute die Jübeker Kirche, die heute als ein gelungenes Beispiel der Heimatschutz-Architektur und als kunsthistorisches Kleinod gilt. Nach dem Prinzip des Heimatschutz-Stils sollte bei der Errichtung von möglichst kapellen artigen Landkirchen nur ortsübliches Baumaterial, also Backstein, verwendet werden.
Zu den meist üblichen einschiffigen Kirchen steht die Jübeker Kirche in einem eindrucksvollen Gegensatz. Bei ihr handelt es sich um einen achteckigen Zentralbau mit weißgesprossten Fenstern. Das Zeltdach ist mit roten Ziegeln gedeckt und wird von einer offenen Laterne gekrönt, in der die Kirchenglocke hängt, darüber eine zwiebelförmige Spitze in grüner Kupferpatina.
Bedingt durch die äußere Form der Kirche unterscheidet sich auch das Innere von anderen Gotteshäusern. Vor allem die Helligkeit besticht, aber - seit der letzten Renovierung 2007 - sind es auch die warmen, freundlichen Farben, die ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln. Ein vielarmiger Kronleuchter, zwei dreiarmige Messingleuchter auf dem Altartisch und je zwei passende Kerzenhalter in den sechs Fenstern verstärken dieses Gefühl.
1960 konnte ein Pastorat bezogen werden und 1966 das Gemeindehaus, womit lang gehegte Wünsche verwirklicht wurden. "Die eigene Kirche im Dorf zu haben, ist nicht nur ein schönes Gefühl, sondern für unser Jübek ein wichtiger Bestandteil des dörflichen Lebens. Sie ist nicht nur ein Ort der Gottesdienste, sondern eben auch Stätte der inneren Einkehr und Kommunikation mit Gott und den Menschen", sagt Bürgermeister Herbert Will im Grußwort der Festschrift.
Grußworte schrieb auch Pröpstin Johanna Lenz-Aude, die auf die architektonische Besonderheit des Baustils der Kirche eingeht und von einem Kleinod für den gesamten Kirchenkreis spricht. Pastor i.R. Karl-Helmut Barharn gewährt Einblicke in die Zeit von 1960 bis 1975, als Jübek, Idstedt und Schuby noch eine Kirchengemeinde "St.Michaelis-Land" mit einem Kirchenvorstand waren. Bei Barharns Amtsantritt war die eigene Pfarrstelle für Jübek und Idstedt gerade erst eingerichtet worden, aber er übernahm von Schuby aus häufig die Vertretung. Die Festschrift enthält auch persönliche Erinnerungen von Estermaria Husfeld-Dircks aus der Nachkriegszeit. Husfeld-Dircks wurde mit 16 Jahren Organistin - zunächst spielte sie auf einem Harmonium - und bekleidete das Amt sechs Jahre lang.
Seit etwa einem Jahr ist Astrid Wolters in der Albert-Schweitzer-Kirchengemeinde Jübek/Idstedt tätig. Sie spricht von einem "wunderschönen Kirchengebäude, das in Jübek ein Stück Glaubensheimat bietet". Wolters ist Nachfolgerin von Pastor Hartmuth Friedrichs, der 36 Jahre lang Seelsorger in der Albert-Schweitzer-Kirchengemeinde Jübek-Idstedt war und im August 2011 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung für sein langjähriges Wirken gewürdigt und verabschiedet wurde.
Der Auftakt zu den Jubiläumsveranstaltungen erfolgt morgen Abend mit einem Fest-Konzert. Ab 19 Uhr singen der Gemischte Chor Jübek und der Gemischte Chor Idstedt mit Diana Marten an der Orgel in der Kirche Jübek. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss sind alle zu einem gemütlichen Beisammensein bei Punsch und Gebäck in das Gemeindehaus eingeladen.
Am Sonnabend, 16. Februar, beginnt der eigentliche Festgottesdienst um 13.30 Uhr. Pröpstin Johanna Lenz-Aude wird die Predigt halten. Anschließend erwartet eine festliche Kaffeetafel Gäste und Kirchenbesucher im "Hotel Goos". Und am Sonntag, 17. Februar, folgt ein Familiengottesdienst, der um 15 Uhr beginnt.

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