"Baltic Open Air" : Joe Cocker kommt nicht allein

Sie wollen das 'Baltic Open Air' zu einem regelmäßigen Ereignis machen: Kulturamtsleiter Holger Rüdel (links), Bürgermeister Thorsten Dahl, Veranstalter Daniel Spinler.
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Sie wollen das "Baltic Open Air" zu einem regelmäßigen Ereignis machen: Kulturamtsleiter Holger Rüdel (links), Bürgermeister Thorsten Dahl, Veranstalter Daniel Spinler.

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22. Januar 2011, 11:07 Uhr

Schleswig | Heute beginnt der Vorverkauf für eines der größten Freiluftkonzerte, die Schleswig je erlebt hat: Das "Baltic Open Air" mit Joe Cocker als bekanntestem Künstler am Sonnabend, 23. Juli, auf den Königswiesen. Veranstalter Daniel Spinler aus Eckernförde stellte gestern im Rathaus zusammen mit Bürgermeister Thorsten Dahl und Kulturamtsleiter Holger Rüdel offiziell das Programm vor. Sie versprachen acht Stunden Musik von 16 Uhr bis Mitternacht. Joe Cocker soll den krönenden Abschluss bilden.

Den Anfang macht eine regionale Größe: "After Midnight". Es folgt die einst in Husum gegründete deutsch-britische Band "Lake", bevor die Besucher die erste weltweit bekannte Stimme hören werden: Chris Thompson, der als ehemaliger Sänger von "Manfred Manns Earth Band" Hits wie "Blinded by the Light" oder "Davys on the Road Again" intonieren wird. Wer dann folgt, wollten die Veranstalter gestern noch nicht verraten. Aufgrund vertraglicher Klauseln dürfe er den Namen einer weiteren Band, und zwar einer "Rocklegende, die jeder kennt", erst am 17. April bekannt geben, sagte Spinler. Das Geheimnis ließ sich jedoch schnell lüften: Es handelt sich um eine Gruppe, die kurz vor dem 17. April bereits ganz in der Nähe von Schleswig auftritt. Die Geheimnistuerei soll Kannibalisierungseffekte im Kartenvorverkauf verhindern - eine in der Branche übliche Praxis. Allerdings halten sich die britischen Hardrocker von Uriah Heep in diesem Fall selbst nicht an die Abmachung. Auf der offiziellen Internetseite der Band ist öffentlich nicht nur ihr Gastspiel im Flensburger "Roxy" am 16. April angekündigt, sondern auch ein Auftritt beim "Schleswig Open Air (with Joe Cocker)" am 23. Juli.

Eine Karte für den Acht-Stunden-Konzert-Marathon kostet 57,50 Euro. Aus Spinlers Sicht ist das ein Schnäppchen: "Wenn man die Preise für Einzelkonzerte aller Künstler zusammenzählt, müssten die Karten das Dreifache kosten." Zunächst gegen 10 000 Karten in den Verkauf. Bei entsprechender Nachfrage will Spinler das Kontingent auf bis zu 15 000 Tickets erweitern. Die Zahl sei realistisch, denn 10 000 Besucher seien auch zu Joe Cockers Konzert 2007 am Eckernförder Südstrand gekommen. Damals hatten Spinler und sein Geschäftspartner Ralf Waschulewski den Sicherheitsdienst gestellt. Der Veranstalter Jens Skwirblies war mit dem Joe-Cocker-Konzert auch wirtschaftlich erfolgreich - ein weiteres Südstrand-Konzert mit Rod Stewart 2009 war jedoch hoch defizitär. Skwirblies hat inzwischen Insolvenz angemeldet. Auf den Königswiesen ist er dennoch wieder mit dabei, und zwar auf der Bühne: Vor rund einem Jahr stieg er als neuer Keyboarder bei "Lake" ein.

Kulturamtsleiter Holger Rüdel ist vom Erfolg des Open-Air-Konzert überzeugt. "Anders als andere Interessenten, die sich in der Vergangenheit gemeldet haben, haben Daniel Spinler und Ralf Waschulewski Erfahrungen mit Großveranstaltungen", sagte er. Ebenso wie Bürgermeister Thorsten Dahl unterstützt er die Idee der Veranstalter, aus dem "Baltic Open Air" ein jährlich wiederkehrendes Ereignis zu machen.

Die 600 Quadratmeter große Bühne wird am Ostende der Königswiesen mit der Rückseite zur Strandhalle stehen. Ein Buspendelverkehr soll die Fans zum Konzertgelände und wieder zurück bringen. Wo genau die Park-und-Ride-Parkplätze eingerichtet werden, ist noch offen. Zuversichtlich zeigte sich Spinler bei der Frage nach einer Zusammenarbeit mit den Wikingertagen, die am folgenden Wochenende möglicherweise ebenfalls auf den Königswiesen stattfinden werden. "Wir brauchen zum Abbauen höchstens zwei Tage, und Dinge wie Sicherheitszäune und Parkplatz-Beschilderung wird man gemeinsam nutzen können."

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