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Mais-Ertne im Kreis Schleswig-Flensburg : Jetzt wird gehäckselt

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Sturm „Sebastian“ hat im Raum Stapelholm für große Schäden gesorgt – anderswo im Kreisgebiet fällt die Maisernte besser aus.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2017 | 07:34 Uhr

Im Kreisgebiet hat in diesen Tagen die Maisernte begonnen. Dabei rechnen die Landwirte mit ganz unterschiedlichen Erträgen. So hat Herbststurm „Sebastian“ Mitte September den Feldern in einigen Regionen des Landes stark zugesetzt, vor allem an der Westküste. „Auch im Raum Stapelholm sind zum Teil sehr große Flächen Mais umgefallen“, berichtet Klaus-Peter Dau, der Vorsitzende des Kreisbauernverbands. „Da ist mit großen Verlusten zu rechnen.“ Andernorts sieht es hingegen besser aus, so auch auf den Ländereien von Dau, der in Tetenhusen einen Betrieb mit 100 Milchkühen bewirtschaftet. „Bei uns ist durch den Sturm nur wenig umgefallen.“ Dau hat auf 35 Hektar Mais angebaut, die Ernte verwendet er vollständig als Futter für sein Vieh.

Mancher Bauer werde bei der Futterproduktion Probleme bekommen, vermutet der Verbandsvorsitzende. So sei auch die Grassilage-Ernte aufgrund der nassen Witterung vielerorts noch nicht abgeschlossen. Dau: „Ich will noch nicht von Futterknappheit sprechen. Aber der eine oder andere wird sich etwas dazukaufen müssen.“ Probleme für die Biogasanlagen erwarte er nicht. Die Betreiber hätten sich im vergangenen Jahr gut mit Rohstoff eingedeckt.

Landesweit wird Mais auf einer Fläche von etwa 160  000 Hektar angebaut, gut die Hälfte der Ernte wird in Biogasanlagen in Energie umgewandelt. Die Geest im Kreis Schleswig-Flensburg zählt zu den Mais-Hochburgen. Der Preis für eine Tonne Maissilage ab Feld liegt laut Bauernverband aktuell zwischen 27 und 30 Euro je Tonne. Das ist etwas weniger als im vergangenen Jahr.

Wenn Klaus-Peter Dau auf die ersten neun Monate dieses Jahres blickt, fällt sein Fazit positiv aus. Zwar seien die Preise für Getreide mit 13 Euro je Doppelzentner nicht besonders hoch, „aber die Erträge waren gut“. Was den Tetenhusener am meisten freut, ist die Entwicklung des Milchpreises, der nach langer Durststrecke aktuell zwischen auskömmlichen 36 und 38 Cent pro Kilo liegt. In Euphorie wolle er gleichwohl nicht ausbrechen, so Dau. Schließlich hätten viele Landwirte erstmal die Löcher zu stopfen, die durch die niedrigen Milchpreise der vergangenen zwei bis drei Jahren entstanden seien.

Unterdessen ist sich Dau bewusst, dass die Zeit der Maisernte meist auch die Zeit der verschmutzten Straßen ist. Während der Herbst im vergangenen Jahr recht trocken war und es somit wenig Ärger gab, spielt das Wetter diesmal nicht so mit. „Die Landwirte sollten bei Regen dafür Sorge tragen, dass die Straßen rechtzeitig gereinigt werden“, appelliert er an seine Kollegen. Zugleich sollten aber auch die Autofahrer „ein klein bisschen Rücksicht nehmen auf die Erntefahrzeuge“, sagt Dau.

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