Gnadenfrist bis Ende Februar : Jetzt werden die Hunde gezählt

In Schleswig sind 980 Hunde registriert – im Jahr kassiert die Stadt 120  000 Euro Hundesteuer.
In Schleswig sind 980 Hunde registriert – im Jahr kassiert die Stadt 120 000 Euro Hundesteuer.

Stadt Schleswig plant Bestandsaufnahme, um Steuersünder ausfindig zu machen.

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03. Februar 2018, 07:00 Uhr

So etwas gab es zuletzt vor 19 Jahren: Die Stadtverwaltung zählt alle Hunde, die in Schleswig leben. In den nächsten Wochen werden Stadt-Mitarbeiter von Haus zu Haus gehen und auch auf der Straße die Augen offen halten. „Ziel ist es, für mehr Steuergerechtigkeit zu sorgen“, teilt Rathaussprecher Eric Gehrke mit.

Jedes Jahr nimmt die Stadt Schleswig rund 120 000 Euro Hundesteuer ein. Hundehalter zahlen 110 Euro im Jahr für den ersten Hund und 160 Euro für jeden weiteren. Derzeit sind in Schleswig 980 Hunde registriert. Bei der letzten Bestandsaufnahme 1999 wurde 158 Hunde entdeckt, die bis dahin nicht gemeldet waren. 50 Hundebesitzer hatten sich damals von sich aus im Rathaus gemeldet. 108 weitere Tiere wurden von den Kontrolleuren entdeckt. Damals kam ungefähr jeder sechste Hundehalter seiner Steuerpflicht nicht nach.


Bis zu 500 Euro Bußgeld

Bestandsaufnahmen in anderen Städten führten zu ähnlichen Ergebnissen. Oft beauftragen die Kommunen auswärtige Unternehmen mit der Zählung; die Kosten dafür sollen dann durch die höheren Hundesteuer-Einnahmen wieder hereinkommen. In Schleswig geht man einen anderen Weg. „Die Kontrolle wird von der Stadt eigenständig durchgeführt. Eine legitimierte Mitarbeiterin wird einzelne Haushalte und öffentliche Bereiche überprüfen“, sagt Gehrke.

Seit 1999 habe es zwar keine gezielten Kontrollen mehr gegeben, dennoch sei es immer wieder vorgekommen, dass heimlich gehaltene Hunde aufgeflogen sind. Die Folge für die betroffenen Halter: Steuernachzahlung und zusätzlich ein Bußgeld in Höhe von bis zu 500 Euro.

Allerdings haben alle Hundesteuer-Hinterzieher jetzt noch eine letzte Chance: Wer sich bis zum 28. Februar im Rathaus meldet, kann der Strafe entgehen. Informationen dazu gibt es in der Stadtkämmerei bei Tanja Sönksen, (Tel. 814-211) und Oliver Brott (Tel. 814-210).


Hinterlassenschaften auf Spielplätzen

Unterdessen hat die Stadt nicht nur die Steuersünder unter den Hundehaltern im Blick, sondern auch diejenigen, die ihre vierbeinigen Lieblinge dort ihre Notdurft verrichten lassen, wo sie es besser nicht tun sollten. Insbesondere auf zwei Spielplätzen im Friedrichsberg – an der Göttikstraße und an der Mansteinstraße – haben Mitarbeiter der Umweltdienste in jüngster Zeit immer wieder Hundekot entsorgen müssen. „Das ist besonders ärgerlich und in keiner Weise tolerierbar“, stellt Maren Petersen vom Ordnungsamt fest – zumal das schleswig-holsteinische Hundegesetz ohnehin Hunde auf Spielplätzen verbietet. An der Göttrikstraße lagen zuletzt so viele Hundekothaufen, dass Arne Kähler von den Umweltdiensten sagt: „Eigentlich müssten wir den Spielplatz sperren.“ Gehrke erinnert daran, dass die Stadt 50 Hundekotbeutelhalter in ganz Schleswig platziert hat , um es den Hundehaltern einfacher zu machen, für Sauberkeit zu sorgen.
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