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Schleswig : Jetzt verlässt auch Charles Vögele das Schleicenter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Schleicenter kommt nicht aus der Krise. Jetzt verlässt auch der Mode-Filialst Vögele die Einkaufspassage in Schleswig.

von
erstellt am 25.Okt.2017 | 12:48 Uhr

Bisher hatte die Schweizer Bekleidungskette entsprechende Gerüchte stets dementiert. Doch jetzt ist es offiziell: Die Charles-Vögele-Filiale im Schleicenter schließt Mitte Dezember. Die Einkaufspassage zwischen Schwarzem Weg und Königstraße muss einen weiteren großen Leerstand verkraften. Man habe sich einvernehmlich darauf verständigt, den Mietvertrag auslaufen zu lassen, sagte Dirsko von Pfeil, Sprecher des Hamburger Schleicenter-Eigentümers AVW auf SN-Nachfrage. Dieser Schritt eröffne bei einer Neuvermietung „neue Möglichkeiten im Zuge der geplanten Revitalisierung“.

Aus der Vögele-Zentrale in der Schweiz heißt es dazu lediglich: „Der Standort hat unsere Erwartungen nicht erfüllt, und wir sahen auch kein Potenzial für die Zukunft.“ Von der Schließung sind zwölf Mitarbeiter betroffen. Vögele befindet sich schon seit Monaten bundesweit auf dem Rückzug. Bereits Anfang des Jahres wurde bekannt, dass der Konzern mehr als ein Drittel seiner 284 deutschen Filialen an die Mitbewerber KiK und Woolworth übergeben will. Weitere Läden sollten an den Sonderposten-Discounter Tedi gehen. Eine solche Umfirmierung ist für die Filiale im Schlei-Center jedoch nicht geplant. Stattdessen zeichnet sich der nächste Leerstand ab. Für wie lange, da wagt von Pfeil keine Prognose. Zwar führe man immer wieder vielversprechende Gespräche mit potenziellen Mietern. Sich wandelnde Marktbedingungen und Vorstellungen auf Seiten der Mietinteressenten könnten aber immer wieder dazu führen, dass ein Vertragsabschluss nicht zustande kommt. Zuletzt waren Gespräche mit einem großen Lebensmittel-Einzelhändler gescheitert, bei dem es sich nach SN-Informationen um Kaufland handelte. Geplant war demnach, dass Kaufland die Fläche übernimmt, auf der sich jetzt Media-Markt befindet. Der Elektronik-Markt hätte sich dann verkleinert und wäre auf die gegenüber liegende Seite der Passage gezogen – auf die Fläche, die nach der „Strauss“-Insolvenz leer steht.

Nach dem Weggang von Vögele verbleiben in der Passage außer Media-Markt nur noch der Textildiscounter NKD, der „K“-Zeitschriftenkiosk, der Asia-Imbiss Fu Loc und der Friseursalon von Stephan Brumm. Mehr als die Hälfte der Gesamtfläche in dieser Etage steht dann leer. Die von der Königstraße aus zugänglichen Läden im Untergeschoss sind hingegen weiterhin alle vermietet – an ein Sonnenstudio, ein Reisebüro und eine Spielhalle.

„Natürlich sind wir mit der Situation nicht zufrieden“, sagt Dirsko von Pfeil. Man habe großes ein Interesse an einer Vollvermietung, um das Schleicenter zu finanzieren. Die Leerstände böten nun aber auch Chancen zur Revitalisierung. Man wolle „einen Branchenmix implementieren, der aufeinander abgestimmt ist und sowohl für den Eigentümer als auch für den Kunden den größten Nutzen bietet“.

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