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Gewerbegebiet Schleswig-Schuby: : Jetzt übernehmen Profis das Marketing

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Gute Nachrichten: Die erste Ansiedlung ist in Sicht, der zweiter Bauabschnitt beginnt.

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 07:34 Uhr

Es hat lange gedauert – jetzt aber ist die erste Ansiedlung im interkommunalen Gewerbegebiet Schleswig-Schuby in Sicht. Offenbar will ein Gartenbaubetrieb mit 40 Mitarbeitern seinen Firmensitz aus dem Umfeld an die Autobahn verlagern. Helmut Ketelsen, Bürgermeister in Schuby und Vorsitzender des Zweckverbandes Gewerbegebiet, hielt sich ein wenig zurück: „Ich möchte mich nicht zu laufenden Verhandlungen äußern. Es gibt noch einige Dinge zu klären. Ich hoffe aber, dass bis zur Verbandsversammlung am 26. April alles in trockenen Tüchern ist.“ Dass damit kaum neue Arbeitsplätze geschaffen, sondern größtenteils nur innerhalb der Region verlagert werden, tut dem Erfolg nach Ketelsens Einschätzung keinen Abbruch. Es geht auch darum, Gewerbebetriebe zu unterstützen. Und wenn wir uns auch noch in den Details einig werden, dann erhalten wir die Arbeitsplätze jedenfalls in der Region.“

Gute Nachrichten werden die anderen 22 Bürgermeister gern hören, denn in der jüngsten Vergangenheit hatte sich schon ein wenig Ungeduld breitgemacht. Angesichts der investierten Millionen und vieler Monate, in denen zwar von „regem Interesse“ und „guten Gesprächen“, die Rede gewesen war, ohne dass eine Ansiedlung auf dem 40 Hektar großen Gelände realisiert wurde, sprach Idstedts Bürgermeister Edgar Petersen von Unruhe in der Gemeinde und Wolfgang Labs aus Schuby forderte, man müsse endlich mal in die „Puschen“ kommen.

Ketelsen warnt vor Ungeduld. „Da geht es um hochkomplizierte Vorgänge, die rechtlich einwandfrei abgearbeitet werden müssen. Wir haben vom Land auch klare Vorgaben für die Ansiedlungen, die wir erfüllen müssen, wenn wir keine Fördergelder verlieren wollen.“ Aber Ketelsen gesteht auch ein, dass es in der Vergangenheit an einigen Stellen gehakt hat.

Ein Beispiel dafür ist die Tatsache, dass es bisher für das Gewerbegebiet keine gezielt Werbung gab. Die Wirtschaftsförderung- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig (Wireg) hatte das Projekt zwar vorangetrieben, war aber nach seinen Statuten nicht berechtigt, ein Gewerbegebiet in den Vordergrund zu stellen und gezielt zu bewerben wie Prokurist Burkhard Otzen Ende vergangenen Jahres zur Erstaunen und Entsetzen der Bürgermeister verkündete. Wireg-Geschäftsführer Michael Otten bestätigte gestern: „Wenn zu uns Ansiedlungs-Willige kommen, erklären wir, welche Angebote es in der Region gibt.“ Da die Wireg für den gesamten Kreis Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg zuständig sei, könne man kein einzelnes Projekt besonders bewerben.

Daher hat der Zweckverband, wie Ketelsen nun verkündete, per Ausschreibung nach professionellen Vermarktern gesucht. „Uns liegen drei Angebote vor, die wir nun sichten. Es wird nicht mehr lange dauern, dann können wir eine Entscheidung treffen und loslegen.“ Auch zu dieser Angelegenheit wird sich Ketelsen am 26. April äußern.

Noch hat sich kein Unternehmen per Unterschrift für das Gewerbegebiet entschieden – und doch wird in wenigen Tagen der zweite Bauabschnitt in Angriff gekommen, der das Gebiet um weitere knapp zehn Hektar erweitert. Grund dafür sind nach Auskunft von Ketelsen förderrechtliche Zwänge. Bei der Planung des Gebiets war man davon ausgegangen, dass die Fläche direkt an die Autobahn heranreicht und 50 Hektar umfasst. Dann stellte sich heraus, dass die Eigentümer einer Zehn-Hektar-Fläche an der A7 nicht verkaufen wollten. Da das Land aber 50 Hektar gefördert hatte, ist jetzt Eile geboten. „Wir wollen natürlich nichts zurückzahlen“, sagte Ketelsen – zumal auf einer anderen Erweiterungsfläche bereits Kabel und Rohre verlegt und Abwasser-Pumpstationen errichtet wurden. „Die Ausschreibung ist durch, am nächsten Montag findet die Baustellen-Einweisung für den zweiten Bauabschnitt statt“, erklärte Ketelsen.

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