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Erstaufnahme Eggebek : Jetzt sind die ersten Flüchtlinge da

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die neue Landesunterkunft Eggebek hat am Montag den Betrieb aufgenommen. Die ersten 100 Asylsuchenden kommen aus dem Irak, Syrien und Afghanistan.

Auf so viel Aufmerksamkeit waren die meisten der 100 Flüchtlinge, die gestern in der Landesunterkunft Eggebek die Container bezogen, wohl nicht vorbereitet. Zum Willkommen in der großen Kantine waren nicht nur Innenminister Stefan Studt und Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen angereist, es stellten sich auch Hausbetreuer, Erzieher, Verfahrens- und Sozialberater und die Polizisten vor, die in der für 1000 Menschen ausgelegten Einrichtung Dienst tun. Die Flüchtlinge, meist Familien mit kleinen Kinder, stammen vornehmlich aus dem Irak, aus Syrien und Afghanistan. Sie waren am Morgen aus der Erstaufnahme in Neumünster gekommen, und lauschten nun mit ernsten Gesichtern den kurzen Ansprachen, die ins Persische und Arabische übersetzt wurden. Studt, der mit seiner Frau gekommen war, beschränkte sich auf Willkommensgrüße, einem Dank an die haupt- und ehrenamtlichen Helfer und die Feststellung, dass das Containerdorf in Eggebek all das biete, was er sich unter solch einer Unterkunft vorstellt. „Hier wurden nicht einfach Container zusammengestellt, sondern es gibt einen Kindergarten, Aufenthaltsräume, Betreuer, Ärzte, eine Kantine, in der nicht in Schichten gegessen werden muss und auch Räume für Schulunterricht.“ Als der Minister auf dem Weg zur großen Zusammenkunft erfuhr, dass zwar Container für den Deutschunterricht vorbereitet seien, nicht aber der Unterricht selbst, wurde er deutlich. „Das muss doch nach der langen Vorbereitungszeit geregelt sein. Nehmen sie Kontakt zu den Schulräten auf“, wies er an.

Für die Flüchtlinge ist Eggebek ein vorübergehendes Zuhause, bis sie auf die Kreise im Land weiterverteilt werden. Das kann Wochen, in Einzelfällen auch Monate dauern. Um das Zusammenleben möglichst reibungslos zu gestalten, wurden ihnen die Regeln im Containerdorf erklärt. Wesentlich fröhlicher ging es zu, als Ulrike Vollbrecht und Ruth Mühlbrandt vom Flensburger Laden „Der Stoff“ selbst genähte, bunte Rucksäcke an die Kinder verteilten, die mit Malbüchern, Stiften, Luftballons, Fingerfarben und Spielsachen gefüllt waren. Einige pressten die Beutel mit leuchtenden Augen an sich, andere hüpften vor Freunde.

Beim abschließenden Rundgang durch das Containerdorf erklärte Innenminister Stefan Studt erneut, dass immer noch die Hälfte aller Plätze in Ersteinrichtungen und Landesunterkünften leer stehe. Dennoch, so betonte er, sei es gut und richtig, in gut ausgestattete Unterkünfte wie in Eggebek zu investieren. „Zurzeit ist die Situation relativ entspannt, aber ein Blick in die Welt zeigt, dass viele Menschen weiterhin aus ihren Heimatländern fliehen. Ich wünschte mir, dass es weniger Gründe gibt, dass sie ihre Heimat verlassen müssen. Aber die Realität ist anders. Und es gibt keine Anzeichen, dass die europäischen Länder uns bei der Aufnahme der Flüchtlinge helfen.“ Studt rechnet damit, dass die Zahl der Asylsuchenden steigen wird, je angenehmer das Wetter wird. „Darauf sind wir jetzt vorbereitet.“

Während der Minister im Containerdorf noch vor Fernsehkameras Rede und Antwort stand, leerte sich die große Kantine langsam. Familien zogen sich in die Abgeschiedenheit ihrer kleinen Unterkünfte zurück, einige Männer unternahmen einen Spaziergang ins nahe gelegene Dorfzentrum. Die Flüchtling sind angekommen in Eggebek.

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erstellt am 16.Feb.2016 | 10:25 Uhr

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