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Bürgerbegehren zur Schmid-Villa : „Jetzt muss es schnell gehen“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eine Initiative will Unterschriften sammeln, um die geplante Wohnanlage am Stadthafen zu verhindern.

von
erstellt am 20.Nov.2014 | 07:50 Uhr

Die Grünen hatten eingeladen, und rund 70 Bürger waren ins Kukulo im Lollfuß gekommen – unter ihnen vereinzelt auch Mitglieder anderer Parteien von der CDU bis zur Linken. Sie alle einte ein Ziel: Sie wollen die mehrstöckige Wohnanlage mit 50 Appartements verhindern, die der Busdorfer Investor Uwe Hahn auf dem Grundstück am Stadthafen bauen möchte, das bisher den Stadtwerken gehört und auf dem noch die Villa steht, die Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid sich vor rund 15 Jahren baute.

Einig waren sich auch alle Teilnehmer, die sich zu Wort meldeten, in dem Ziel, dazu ein Bürgerbegehren anzustrengen. Steffen Hempel, Grünen-Vertreter im städtischen Bauausschuss, erläuterte die formalen Voraussetzungen. Dann ging es um die Frage, welche konkrete Forderung das Bürgerbehren verfolgen soll. Manche Diskussionsteilnehmer wollten den geplanten Abriss der Schmid-Villa verhindern. Jedoch blieb unklar, wie es gelingen soll, dies einem privaten Investor zu untersagen, wenn er das Grundstück den Stadtwerken abkauft.

Nach rund einer Stunde Diskussion stand das Ziel fest: Der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan, den die Ratsversammlung am Montag vor einer Woche gefasst hatte, soll gekippt werden. „Wenn wir Erfolg haben, wäre die Ratsversammlung daran für zwei Jahre gebunden – das wäre genug Zeit, neue Ideen für das Grundstück zu entwickeln“, sagte Steffen Hempel.

Die Versammlung wählte eine sechsköpfige Arbeitsgruppe, die sich nun um die Einzelheiten kümmern soll. Mit dem 18-jährigen Tarik Pahlenkemper gehört ihr nur ein einziger Vertreter der Grünen an. Weitere Mitglieder sind Meenhard Smit, Barbara Meyhoff, Ralf Krabbenhöft, Katrin Herrmann und Ronny Haardt. Sie wollen schon bald beginnen, Unterschriften zu sammeln. Insbesondere Norbert Maaß drückte aufs Tempo. Er ist in Schleswig vor allem als Vorsitzender des Schlei-Segelclubs bekannt, von Beruf aber Leiter der Bauverwaltung bei der Stadt Preetz. Er wies die Versammlung darauf hin, dass die Ratsversammlung einen Bebauungsplan nach Paragraf 13a des Baugesetzbuchs beschlossen hat – im beschleunigten Verfahren. „Für uns heißt das: Jetzt muss es schnell gehen, sonst werden Fakten geschaffen.“

 

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