Rabatte für Geringverdiener : Jetzt kommt der Sozialpass

Kulturamts-Leiterin Dörte Beier und SPD-Fraktionschef Stephan Dose vor dem Torhaus des Stadtmuseums. Hier wird der Sozialpass ab der kommenden Woche ausgestellt.
Kulturamts-Leiterin Dörte Beier und SPD-Fraktionschef Stephan Dose vor dem Torhaus des Stadtmuseums. Hier wird der Sozialpass ab der kommenden Woche ausgestellt.

Ab dem 15. Mai bekommen Schleswiger mit geringem Einkommen einen Rabatt im Museum, in der Bücherei und in der Volkshochschule.

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09. Mai 2018, 06:53 Uhr

In Flensburg funktioniert dieses Konzept schon seit Jahren. Jetzt soll es sich auch in Schleswig bewähren: Menschen mit geringem Einkommen können sich einen Sozialpass ausstellen lassen. Mit ihm können sie zu ermäßigten Preisen das Stadtmuseum und Schloss Gottorf besuchen, zahlen für Volkshochschul-Kurse nur die Hälfte der normalen Gebühr und erhalten auch Vergünstigungen in der Stadtbücherei.

Hartz-IV-Empfänger haben in der Regel schon jetzt einen Anspruch auf solche Vergünstigungen. Der Sozialpass soll Menschen erreichen, die zwar ein etwas höheres Einkommen haben, aber dennoch so wenig Geld, dass sie sich die Teilhabe am kulturellen Leben oft nicht leisten können. Konkret bedeutet das: Wer in Schleswig wohnt und nachweisen kann, dass er nur das Anderthalbfache des Hartz-IV-Regelsatzes zum Leben hat, kann sich einen Sozialpass ausstellen lassen. „Die bürokratischen Hürden sind so niedrig wie möglich“, betont Rathaus-Fachbereichsleiterin Julia Pfannkuch. Wer einen Sozialpass haben möchte, kommt ab dem 15. Mai an einem Dienstag oder einem Donnerstag zwischen 10 und 12 Uhr ins Kulturamt im Torhaus vor dem Stadtmuseum (Friedrichstraße 9-11), bringt seinen Personalausweis, einen Einkommensnachweis und den Mietvertrag mit. Diese Unterlagen sind erforderlich, um den Anspruch zu ermitteln. Die Daten werden nicht dauerhaft gespeichert, betont Kulturamtsleiterin Dörte Beier.

Der Sozialpass geht zurück auf eine Initiative der SPD-Ratsfraktion im Kulturausschuss. Deshalb stellten nun auf Einladung der Stadtverwaltung SPD-Fraktionschef Stephan Dose und die Ausschuss-Vorsitzende Babette Tewes (Grüne) das Projekt im Rathaus gemeinsam vor. Dabei erinnerten sie daran, dass auch alle anderen Fraktionen die Idee unterstützt haben.

Jetzt hoffen sie, dass sich weitere Institutionen an dem Angebot beteiligen. Als erstes haben sie dabei die „Heimat“ auf der Freiheit im Blick – die als Teil der Kommunalbetriebe der Stadt Schleswig gehört. Im Aufsichtsrat seien unter anderem noch steuerrechtliche Fragen zu klären. Dass aber die Landesmuseen als externer Anbieter den Sozialpass bereits anerkennen, macht Dose und Tewes zuversichtlich, dass dies in absehbarer Zeit auch in der „Heimat“ möglich sein sollte. „Außerdem darf natürlich jeder Sportverein oder jede andere Einrichtung den Inhabern des Sozialpasses Vergünstigungen anbieten, wenn er möchte“, sagt Dose. „In Flensburg geschieht das bereits.“ In der Nachbarstadt haben rund 2500 Bürger einen Sozialpass. Wenn der Pass in Schleswig genau so erfolgreich werden sollte, entspräche das umgerechnet auf die Einwohnerzahl ungefährt 600 bis 650 Sozialpass-Inhabern. So viele dürften es zu Beginn aber wohl nicht werden. Erstens, sagt Tewes, müsse sich das Angebot erst herumsprechen. Und zweitens sind die Einkommensgrenzen in Flensburg großzügiger bemessen als in Schleswig.

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