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Stadttheater Schleswig : Jetzt kommt auch die Fassade weg

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Anders als bisher angekündigt, möchte Bürgermeister Arthur Christiansen das alte Stadttheater komplett abreißen – aus Kostengründen. Die Abbrucharbeiten beginnen Anfang November.

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erstellt am 10.Okt.2014 | 07:45 Uhr

Als Bürgermeister Arthur Christiansen Ende März seine „Idee“ zur Rettung des Theaterstandorts vorstellte, da war noch von einer „Sanierung“ die Rede. Das einsturzgefährdete Stadttheater solle nur teilweise abgerissen werden, kündigte er an – und konnte sich des Beifalls der Bürger sicher sein, die für den Erhalt des Gebäudes gekämpft hatten. Als Christiansen vom Erhalt des alten Saals sprach, war indes von Anfang an nur der Sockel gemeint, also das Fundament.

Aber wenigstens die Fassade sollte stehen bleiben. Das war bislang Stand der Dinge. Jetzt erklärte der Bürgermeister vor dem Kulturausschuss: „Die Fassade zu retten, würden den Abriss um ungefähr 450 000 Euro teurer machen.“ Deshalb wird sie nun wohl mit abgeräumt, wenn in den ersten Novembertagen die Abrissarbeiten beginnen. Widerstand im Ausschuss regte sich nicht. Lediglich der SPD-Fraktionsvorsitzende Stephan Dose meldete sich zu Wort und sagte: „Es wundert mich, dass bei denjenigen, die nicht für das Theater auf dem Hesterberg waren und mit der Fassade im Lollfuß argumentierten, dies plötzlich keine Rolle mehr spielt.“

Darauf antwortete Christiansen mit einem überraschenden Gedankengang: „Ich persönlich sehe die Fassade nicht als abgängig an. Es ist nicht entscheidend, das alte Mauerwerk zu erhalten. Wir können die Fassade ja in gleicher Form wieder aufbauen.“

Ob und wann das geschehen wird, steht indes weiter in den Sternen. Das machte der Bürgermeister deutlich, als er vom Fortgang der Verhandlungen um die Finanzierung eines möglichen Theaterneubaus berichtete. Das Konzept für ein privat finanziertes Theaterviertel mit Hotel, Seniorenwohnungen, Volkshochschule und Bücherei habe er jetzt in Kiel vorgestellt. „Die Damen im Kulturministerium haben sich offen gezeigt und fanden das Konzept schlüssig“, berichtete Christiansen. Das Vorhaben möchte er auch dann weiter verfolgen, wenn das Landestheater im kommenden Frühjahr entscheiden sollte, auf den Produktionsstandort Schleswig ganz zu verzichten. Er sagt: „Wir haben eine Verantwortung für das Areal am Lollfuß und müssen es entwickeln – ob nun ein Theater obendrauf kommt oder nicht, ist erst einmal völlig Banane.“

Was die Finanzierung betrifft, sieht Christiansen weiterhin zwei besondere Herausforderungen. Zum einen möchte er einen „Rettungsschirm“ spannen, damit das Landestheater über 2016 hinaus überleben kann, bis die neue Schleswiger Spiel- und Produktionsstätte steht. Wer dafür zahlen könnte, steht in den Sternen. Zum Zweiten ist weiterhin äußerst ungewiss, ob die Stadt mit den 6,3 Millionen Euro aus dem landesweiten kommunalen Investitionsfonds rechnen kann, die für das Hesterberg-Theater zur Verfügung gestanden hätten. „Ohne dieses Geld geht es nicht“, machte Christiansen klar.

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