Bahnhofs-Gipfel endet mit Einigung : Jetzt ist der Denkmalschutz am Zug

Investor und Stadt sprechen von konstruktiven Gesprächen.

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19. Januar 2018, 07:00 Uhr

Vor dem Gespräch war er skeptisch und wenig optimistisch. Danach aber zeigte sich Investor und Eigentümer Huber Herr auf SN-Nachfrage „positiv überrascht“ vom Bahnhofs-Gipfel, der gestern Morgen im Schleswiger Rathaus stattfand. Dazu waren neben Herr und seinem Anwalt auch Vertreter der Stadt, der Unteren Denkmalschutzbehörde, des Eisenbahnbundesamtes (EBA) und der Deutschen Bahn zusammengekommen, um beim Thema Bahnhofsumbau (der Investor möchte das denkmalgeschützte Gebäude in einen Event-Tempel umgestalten) auf einen Nenner zu kommen. Wichtigstes Ergebnis dabei: Ab sofort ist allein das EBA als Genehmigungsbehörde für den Bahnhof zuständig.

Über diesen Punkt hatten sich Stadt und Investor in den vergangenen Monaten mehrfach gestritten. Nun aber herrscht Klarheit – ganz zur Freude von Herr, der immer wieder darauf gepocht hatte, dass allein das EBA für seine Umbaupläne verantwortlich sei. „Das wurde mir jetzt bestätigt, und wir haben abgesprochen, dass ich dort nun noch einmal sämtliche Anträge einreiche.“ Allerdings werde dies erst geschehen, wenn die Denkmalschutzbehörde ihm „ganz genau gesagt hat, was sie will und was nicht“, so Herr. Denn auch das sei bislang noch nicht abschließend geklärt. „Insgesamt bin ich sehr zufrieden, wie das Treffen gelaufen ist. Wir haben uns die Meinung gesagt, aber alle Beteiligten waren sehr lösungsorientiert. Das hat mir gut gefallen.“

Auch Rathaussprecher Eric Gehrke erklärte, dass das Gespräch „sehr konstruktiv“ verlaufen sei. „Es wurde das gemeinsame Ziel erarbeitet, ein Baurecht für Herrn Herr zu schaffen. Diese Vorgabe wurde losgelöst von juristischen Auseinandersetzungen durch ein gutes und zielführendes Gesprächsniveau wieder aufgegriffen, um das Projekt voranzubringen“, sagte er. Es werde nun ein sogenanntes Plangenehmigungsverfahren über das EBA angestrebt. Alle Beteiligten würden dazu ihren Beitrag leisten.

Nun also liegt der Ball bei der Denkmalschutzbehörde. Sobald diese ihre Forderungen formuliert habe, werde er seinen Antrag beim EBA stellen, erklärte Herr. Wenn dieses dann grünes Licht gegeben habe, werde der Baustopp aufgehoben und die Arbeiten könnten fortgesetzt werden. „Wir hätten schon viele Schritte weiter sein können. Aber so ist es nun einmal. Ich hoffe nun also auf ein schnelles Feedback“, sagte Herr. Denn: Bis es eine endgültige Einigung gibt, bleibe der Bahnhof in dem traurigen Zustand, in dem er sich zurzeit präsentiert. Und das kann weder im Interesse des Investors noch der Stadt oder der Denkmalschutzbehörde sein.

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