zur Navigation springen

Gewerbegebiet Schleswig-Schuby : Jetzt fehlen nur noch die Investoren

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Interkommunale Gewerbegebiet Schleswig-Schuby ist bezugsbereit.Doch ein erster Interessent springt wieder ab: Der Quadratmeterpreis ist ihm zu hoch.

Das Vorzeigeprojekt steht vor seiner Vollendung: 40 Hektar Gewerbegebiet in feinster Lage an der Bundesstraße 201 – nur einen Katzensprung von der Abfahrt Schuby an der Autobahn 7 entfernt. Neben der Lage ist das organisatorische Konstrukt eine Besonderheit: Um dieses Gebiet kaufen und erschließen zu können, haben sich die Stadt Schleswig und die Gemeinden Borgwedel, Busdorf, Dannewerk, Ellingstedt, Fahrdorf, Geltorf, Hollingstedt, Hüsby, Idstedt, Jübek, Kropp, Lottorf, Lürschau, Neuberend, Nübel, Schaalby, Schuby, Selk, Silberstedt, Taarstedt, Tolk und Treia in einem Zweckverband zusammengeschlossen. Sie haben je nach Wirtschaftskraft und Größe Geld in das Projekt gesteckt – und erwarten irgendwann auch einen Ertrag.

„Es fehlen nur noch einige Details wie die Straßenampel, die aber kann man auch nebenher erledigen. Im Prinzip ist das Gebiet jetzt so weit, dass die Investoren mit Baumaschinen anrollen könnten“, sagt Burkhard Otzen, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wireg. Der Haken an der Sache: Es gibt noch keine Investoren.

Die Wireg hat schon früh damit begonnen, die Vorzüge des Gewerbegebiets anzupreisen. Die Vorgabe des Zweckverbandes aber setzt enge Grenzen. Für die Unternehmen, die sich hier ansiedeln gibt es Anforderungen. Sie sollen dazu betragen, die Wirtschaftskraft der Region zu stärken und möglichst auch Arbeitsplätze mitbringen. „Wir hatten schon eine ganz konkrete Anfrage eines Unternehmens, das Flügel von Windkraftanlagen lagern wollten. Das haben wir abgelehnt, weil es nicht zu unseren Vorstellungen passt“, berichtet Otzen.

Tatsache ist, dass noch kein Käufer einen Vertrag unterschrieben hat. „Es geht auch gar nicht darum, das Gelände möglichst schnell zu füllen, sondern eher zu sehen, was wir wollen.“ Und in dieser Hinsicht seien die Aussichten gut, sagt der Wireg-Geschäftsführer: „Wir haben zwei bis drei positive Anfragen und bei einer Firma bin ich zuversichtlich, dass es mit der Ansiedlung klappt.“

Dass es noch keinen Vertragsabschluss gibt, macht Otzen und die Kommunen im Zweckverband offenbar nicht nervös. Noch nicht. „Mit ist schon bewusst, dass die Geduld endlich ist, aber noch sind wir in der Lage, uns die Investoren auszusuchen, ohne große Kompromisse eingehen zu müssen.“

In der Vergangenheit konnte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft auf die Frage nach konkreten Interessenten immerhin vermelden, dass eine Reservierung vorliege. Inzwischen aber sind die Verhandlungen über ein 10  000-Quadratmeter-Grundstück am Preis gescheitert. Dem Geschäftsmann aus der Umgebung von Schleswig war der Preis zu hoch. Ist der Boden im Interkommunalen Gewerbegebiet zu teuer? Burkhard Otzen verneint diese Frage energisch. Vor drei Jahren hatte man sich vorgenommen, einen Quadratmeterpreis unter 20 Euro zu nehmen – das allerdings sei nicht mehr zu halten, sagt Otzen. Landpreise sowie Kosten für die Infrastruktur mit Straßenbau und Breitbandanschluss seien in den vergangenen Jahren mächtig gestiegen. Mit dem Zweckverband habe man sich deshalb auf einen Basispreis geeinigt, der noch nicht veröffentlicht wurde, aber knapp unter der 30-Euro-Mark liegen soll. „Damit sind wir gegenüber den Gewerbegebieten direkt an der Autobahn gut im Rennen“, sagt der Wirtschaftsförderer. Im Flensburger Raum liegen die Preise laut Otzen zwischen 30 und 35 Euro, in Neumünster läuft unter 30 Euro nichts. „Es ist zwar möglich, Gewerbegebiete zu finden, für die Preise um die 15 Euro aufgerufen werden, die verfügen jedoch über eine ältere Infrastruktur und liegen nicht stramm an der Autobahn.“

In dem aufgerufenen Quadratmeterpreis ist allerdings noch ein wenig Spielraum. Wenn es sich um einen Investor handelt, der dem Zweckverband am Herzen liegt, weil er beispielsweise viele Arbeitsplätze schafft, kann dieser durchaus einen Rabatt aushandeln. Andererseits sind durchaus auch Aufschläge bei Interessenten denkbar, die nicht so richtig ins gewünschte Schema passen.

zur Startseite

von
erstellt am 29.Okt.2015 | 09:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen