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„Wikingerstadt“ Schleswig : Jetzt beginnt das Marketing

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Stadtmanagement und Wirtschaft haben gestern die ersten Produkte präsentiert.

von
erstellt am 11.Jun.2015 | 07:41 Uhr

Es scheint fast so, als wollte er keine Zeit mehr verlieren. Denn nur wenige Tage, nachdem der Kulturausschuss grünes Licht dafür gegeben hatte, dass sich Schleswig künftig mit dem Beinamen „Wikingerstadt“ schmückt (wir berichteten), hat Stadtmanager Rüdiger Knospe Nägel mit Köpfen gemacht und gestern die ersten Produkte präsentiert, auf denen der neue Slogan samt Logo prangt. So gibt es ab heute in der Schleswiger Tourist-Info sowie in zahlreichen Schleswiger Geschäften – „quasi als ersten Versuchsballon“, wie Knospe betonte – Papiertüten, Aufkleber und Regenschirme mit entsprechendem Aufdruck. „Wir sind gespannt, wie das bei den Kunden ankommt und werden natürlich nach und nach noch mehr ,Wikingerstadt’-Produkte anbieten“, versprach Knospe.

Dass sich die Politik nach langwierigen Verhandlungen für eine neue Marketingstrategie der Stadt entschieden hat, begrüßte er bei der Präsentation der ersten Werbe-Artikel, zur der zahlreiche Vertreter aus der Schleswiger Wirtschaft in den Plessenhof gekommen waren, noch einmal ausdrücklich. „Wir machen uns endlich identifizierbar und treten heraus aus der Masse. Das ist aus vermarktungstechnischer Sicht die einzig richtige Entscheidung“, betonte Knospe, der gleichzeitig versuchte, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Haithabu ist nur einen Steinwurf vom Stadtkern entfernt. Und es gibt längst auch archäologische Funde, die auf Wikingerspuren direkt in Schleswig hinweisen“, sagte er.

Während man mit den Werbeartikeln nun erste Pflöcke einschlagen und langsam loslaufen wolle, gehe es nach den Sommerferien mit dem Marketing der „Wikingerstadt“ erst richtig los, kündigte der Stadtmanager an. Im Oktober werde sich die Stadt erstmals mit einem eigenen Stand auf der „Expo Real“ in München, der größten Fachmesse für Immobilien und Investitionen in Europa, präsentieren – mit neuem Slogan und Logo. Gleichzeitig sollen dann schon die Weichen gestellt werden für die nächsten Schritte. So könne einerseits eine zusätzliche Ortsbeschilderung dafür sorgen, dass sich der Name „Wikingerstadt“ etabliert. Andererseits solle nicht nur die Stadt, sondern auch die Schleswiger Unternehmen den Titel in Briefköpfe oder Internetauftritte integrieren. „Und nicht zuletzt muss sich das Thema auch noch viel mehr im Stadtbild widerspiegeln. Etwa in Form einer neuen Möblierung der Ladenstraße, Skulpturen oder Schaufenstergestaltung“, sagte Knospe, schränkte aber gleichzeitig ein: „Das muss natürlich alles in Abstimmung mit dem Innenstadtsanierungs-Konzept geschehen.“

Klaus-Peter Jeß, Geschäftsführer von I.D.-Sievers und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Ladenstraße (IGL), könnte sich dazu sogar vorstellen, dass man Wikingerschiffe in der Stadt aufstellt. „Ich sehe auf jeden Fall die Notwendigkeit, dass wir das Thema mehr ins Zentrum tragen“, sagte er. Man müsse in Schleswig insgesamt mehr an die Touristen denken. „Denen müssen wir mehr bieten. Die Einheimischen hingegen kritisieren mir manchmal ein wenig zu viel“, sagte er mit Blick auf die „Wikingerstadt“-Debatte und erntete dabei die Zustimmung von Max Triphaus. Der Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH (OFS) erklärte: „Nach zweijähriger Debatte sind wir jetzt endlich auf dem richtigen Weg.“

 

 

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