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Schleswiger Nachrichten

17. Oktober 2017 | 10:40 Uhr

Schleswig : JAW-Gebäude wird endlich saniert

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach jahrelangen Diskussionen gibt der städtische Schulausschuss grünes Licht für Erhalt und Renovierung des Hauses.

von
erstellt am 13.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Es hat etwas von einer unendlichen Geschichte: das Hin und Her rund um die Sanierung des Gebäudes des Jugendaufbauwerkes (JAW) in der Flensburger Straße 120. Seit inzwischen über vier Jahren steht vor dem in den 1970ern errichteten Flachdachbau ein Bauzaun, um die Besucher vor herabfallenden Fassadenteilen zu schützen. Und genau so lange diskutiert man im Schleswiger Rathaus auch schon darüber, ob und – falls ja – wann und in welchem Umfang das Gebäude saniert werden soll.

Nun endlich scheint eine Vorentscheidung für die Zukunft des Hauses, in dem neben dem JAW auch mehrere Gruppen des Kindergartens Moorkatenweg sowie Schulungs- und Büroräume des Förderzentrums Schleswig-Kropp untergebracht sind, gefallen zu sein. Der städtische Schul-, Jugend- und Sozialausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass alle drei Nutzer auch künftig in dem roten Klinkerbau ansässig bleiben sollen. Gleichzeitig hat sich der Ausschuss für ein dringend notwendiges Sanierungskonzept ausgesprochen. Damit ist ein lange von der Politik diskutierter Umzug der drei Einrichtungen in andere städtische Gebäude endgültig vom Tisch. Rund 620 000 Euro wird die Stadt stattdessen, sollte die Ratsversammlung dem zustimmen, im kommenden Jahr in die Renovierung der Fassade sowie der Sanitäranlagen und des Brandschutzes investieren.

Dass der Ausschuss am Ende grünes Licht für den Erhalt und die Sanierung des Gebäudes gab, daran hatte Bürgermeister Arthur Christiansen großen Anteil. Wie bereits in der Vergangenheit hatten auch diesmal wieder insbesondere die Vertreter von SPD und CDU heftig miteinander gerungen. Erst nachdem alle Beteiligten auf Christiansens Vorschlag hin in einer kleinen Pause frische Luft geholt und sich noch einmal ausgetauscht hatten, beruhigten sich die Gemüter. Zuvor hatte der Bürgermeister eindringlich betont, dass das Gebäude an der Flensburger Straße „mehr als notwendig“ und zudem alternativlos für die Arbeit der darin untergebrachten Einrichtungen sei und auch die Verwaltung eine Sanierung der Immobilie befürworte. Und so stimmte die CDU am Ende der Beschlussvorlage zwar nicht zu. Aber man enthielt sich, „wegen der neuen Zeiten hier im Rathaus seit dem Bürgermeisterwechsel“, wie Helge Lehmkuhl betonte, der Stimme – und machte so den Weg frei für ein positives Votum. „Auch wenn wir uns schwer damit tun.“

Zuvor hatte die CDU noch beantragt, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen. Denn laut Lehmkuhl sei ein bereits vor zwei Jahren von der Verwaltung verlangtes Nutzungskonzept für das Gebäude noch immer nicht erarbeitet worden. Dem jedoch widersprach Robert Kischkat, Fachdienstleiter für Bildung und Familie in der Stadtverwaltung, vehement, verwies auf entsprechende Ausarbeitungen sowie Statistiken über tägliche Nutzerzahlen (Schüler, Kindergartenkinder, Pädagogen) und betonte zudem, dass die seit Jahren von der CDU angeregte Suche nach Alternativstandorten für die drei Nutzer erfolglos verlaufen sei.

„Uns geht es einfach nur darum, zu prüfen, ob sich die teure Sanierung dieser schlechten Bausubstanz wirklich lohnt – und ob das Gebäude überhaupt in vollem Umfang genutzt wird“, meinte Lehmkuhl. Die SPD hingegen warf ihm und seiner Partei eine „Verzögerungstaktik“ vor. „Alle Fragen sind längst abgearbeitet, der Zustand des Gebäudes wird immer katastrophaler. Es muss dringend etwas passieren. Deswegen muss man irgendwann auch mal die Knoten durchhauen und Ja sagen“, meinte die Ausschussvorsitzende Marion Callsen-Mumm mit Blick auf die seit Jahren anhaltende Debatte. Man könne eine Immobilie auch einfach kaputt diskutieren.

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