zur Navigation springen

Pflanze wird zur ernsten Gefahr : Jakobskreuzkraut gefährdet Pferde auf der Geest

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Gelbes Kraut breitet sich auf den Weiden aus. Gefährlich ist die Pflanze, wenn sie zu Heu oder Silage verarbeitet wird.

Es hat hellgelbe Blüten, blüht von Juni bis August und kann bis zu 120 Zentimeter hoch werden. Die Rede ist vom Jakobskreuzkraut. Die Pflanze wird von Pferdehaltern und Rinderzüchtern als ernste Gefahr angesehen. In den letzten Jahren hat sie sich regional vermehrt. Stark befallen sind Wiesen, die nur von Pferden beweidet werden. Anders als bei Ambrosia oder Bärenklau handelt es sich dabei um ein heimisches Gewächs. Gefährlich ist die Pflanze, wenn sie zu Heu oder Silage verarbeitet wird – dann sind die Bitterstoffe für Tiere nicht mehr zu schmecken.

Pferdezüchter Alexander Will aus Schuby befürchtet, dass vor zwei Jahren eine hochträchtige Stute an den Folgen des Fütterns von Silage gestorben ist. „Mit meinem heutigen Kenntnisstand über die Pflanze muss ich von einer Vergiftung ausgehen“, sagt er. „Es befanden sich zwar nur wenige Blüten des Krautes auf der Wiese, aber das war schon zu viel, kein Tierarzt konnte mehr helfen.“ Rinder, Schafe und Ziegen sind dagegen robuster gegen die Giftstoffe. Das ergab eine Untersuchung.

Die Pyrrolizidinalkaloide, die im Jakobskreuzkraut enthalten sind, greifen die Leber an. Bei permanenter Einnahme können diese zum Tod des Tieres führen.

Auf den kargen Böden des Mittelrückens tritt das Kraut vermehrt auf. Dazu Sabine Bogner aus Brekendorf, die wochentags in Schleswig ist: „In Höhe Lottorf wächst das Jakobskreuzkraut auf mehreren Wiesen“, erzählt sie. „Das kann nicht gut sein.“ In Angeln tritt das Kraut seltener auf. Es ist aber auch an Straßenrändern, Stilllegungs- und Eisenbahnflächen zu finden.

„Das Thema muss ernst genommen werden, ein gutes Weidemanagement ist erforderlich“, so Daniela Rixen vom Landwirtschaftsministerium. In geringen Mengen sei noch ein Ausstechen möglich. Bei starkem Befall sei jedoch eine chemische Behandlung unumgänglich. Eine Untersuchung ergab, dass zweimaliges Mähen das Kraut zurückdrängt, das danach in Biogasanlagen entsorgt werden sollte.

Seit einiger Zeit wird in den Medien auch über eine Gefährdung von Menschen durch das Trinken von Tee und dem Verzehr von oder Honig diskutiert. Hier liegen jedoch bisher kaum Erfahrungswerte vor.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Aug.2013 | 14:58 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen