zur Navigation springen

Gefahr für Tiere : Jakobskreuzkraut: Das Gift auf Schleswigs Wiesen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Jakobskreuzkraut und Bärenklau breiten sich rasant aus. Die Bekämpfung macht der Stadt und Umweltgruppen Sorgen.

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2014 | 10:31 Uhr

Es strahlt in sattem Gelb, wächst oft am Wegesrand oder auf extensiv bewirtschafteten Weiden und hat großes Gefahrenpotential für dort grasende Tiere: Das Jakobskreuzkraut. Zusammen mit der Herkulesstaude hat sich die hochgiftige Pflanze in den letzten Jahren in Schleswig ausgebreitet und soll nun von Seiten der Stadt bekämpft werden.

„Insbesondere im Naturerlebnisraum Galloway ist das Jakobskreuzkraut ein Problem“, sagt der Leiter des Schleswiger Bauamtes Frank Duwe. Über die rasante Ausbreitung sei man alarmiert, in Sachen Bekämpfung stehe man allerdings erst ganz am Anfang: „Das ist ein ganz frisches Thema. Wir haben zu einem Pächter der betroffenen Fläche Kontakt aufgenommen. Auch Bürgermeister Arthur Christiansen wird sich bei einem Treffen mit ihm um eine Lösung bemühen.“

Denn die hübsch blühende Pflanze ist für Vierbeiner hochgiftig: Alle Pflanzenteile enthalten Pyrrolizidinalkaloide, welche die Leber schädigen. Ihr bitterer Geschmack sorgt zwar dafür, dass viele Tiere die Pflanze meiden, jedoch sorgen schon geringe Dosen des Gifts für eine schleichende Vergiftung. Zudem bleiben die Alkaloide im Gegensatz zu vielen anderen Giftpflanzen auch bei der Konservierung in Heu oder Silage wirksam, was das Jakobskreuzkraut zu einer tickenden Zeitbombe macht. „Ich habe schon von Haltern gehört, die ihre Rinder beim Schlachter nicht mehr los werden, weil die Leberwerte so schlecht sind“, fährt Duwe fort.

Zuletzt wurde das Gift im Honig heimischer Bienen nachgewiesen, und das kann auch für den Menschen gefährlich werden. „Daher sollte die Pflanze bekämpft werden“, bestätigt auch Fritz Laß von der Interessengemeinschaft Umweltschutz (IGU). Im Schleswiger Umland gehen viele Landwirte bereits mit großem Arbeitsaufwand gegen das Kraut vor.

Richtig brenzlig ist auch die Situation bei der Herkulesstaude – und das liegt nicht nur an der Verbrennungsgefahr, die von der Pflanze ausgeht. Der Riesen-Bärenklau, wie die Pflanze auch genannt wird, hat sich seit der Einwanderung aus dem Kaukasus explosionsartig in Deutschland vermehrt. In Schleswig sind schwerpunktmäßig das Schleiufer, die Niederungsgebiete hinter Schloss Gottorf sowie das Gelände der Nordzucker AG besonders stark betroffen. Dabei stellt diese hochgiftige Pflanze, die innerhalb weniger Wochen bis zu vier Meter hoch wachsen kann, eine große Gefahr für Menschen dar. Schon eine einfache Berührung kann bei anschließender Bestrahlung durch Sonnenlicht zu einer phototoxischen Reaktion führen. Die Folgen reichen von Hautrötungen über Reizungen bis hin zur Bildung schmerzhafter Bläschen auf betroffenen Hautpartien. Dadurch können Verbrennungen ersten bis zweiten Grades entstehen. Selbst der Pflanzensaft kann zu gesundheitlichen Schwierigkeiten führen.

Doch nicht nur der Mensch leidet unter dieser eingewanderten Pflanze, sondern auch die heimische Natur. So erfolgt durch die Herkulesstaude „die Verdrängung aller anderen Pflanzen in ihrem Umfeld“, erklärt Fritz Laß. Anders als das Jakobskreuzkraut ist die Herkulesstaude für Vierbeiner unbedenklich und für Rinder sogar ein wahrer Gaumenschmaus. Daher werden sie auch als „biologische Waffe“ gegen die Pflanze eingesetzt.

Wo das nicht möglich ist – wie in Schleswig – „versuchen engagierte Bürger und die Umweltgruppen, die Pflanze durch Abstechen und Ausgraben zu bekämpfen“, betont Laß. Auf städtischen Flächen sind zudem die Umweltdienste der Stadtwerke sehr aktiv bei der Bekämpfung. Laß: „Sie haben zum Beispiel auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei durch den Einsatz von Gift und Mahd auf den großen Ausbreitungsflächen erste Erfolge erzielt“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen