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Schleswiger Nachrichten

22. Oktober 2017 | 05:15 Uhr

Lürschau : Jäger fühlen sich überhört

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Mitglieder des Hegerings V vermissen Rückendeckung durch die Politik. 300 Exemplare Reh- und Damwild kamen im Straßenverkehr um.

Mit lautstarkem Signal „Halali“ begrüßten ein Dutzend Jagdhornbläser die Mitglieder des „Hegerings V“, die zur Jagdversammlung im Ruhekrug in Lürschau erschienen. Rund 185 Mitglieder, darunter 18 Frauen mit Jagdschein, zählt diese Gruppe der Kreisjägerschaft Schleswig. Das Jagdgebiet der Hegegemeinschaft, zu der 18 Bezirke gehören, umfasst rund 17  000 Hektar – von Arenholz über Brekling, Hüsby, Idstedt, Moldenit, Schuby bis Busdorf, Fahrdorf und Schleswig.

„Wenn die Jagdversammlung gut besucht ist, dann hat sich unsere Arbeit im Vorstand und bei den regelmäßigen Treffen schon gelohnt“, lobte Vorsitzender Claus-Henning Jensen aus Brekling gleich zu Beginn. Darauf folgten aber auch kritische Töne: Nicht immer sei es für die Jägerschaft einfach, sich in der Gesellschaft und bei den Menschen in der Region zu behaupten, insbesondere wenn die Rückendeckung durch die Politik fehle. „Unsere Meinung und Erfahrungen der vergangenen 100 Jahre werden nur wenig erhört“, sagte Claus-Henning Jensen. Indes setze sich die Jägerschaft für den Erhalt des Tier- und Naturschutzes und zum Wohle der Umwelt ein. Das Wort „Hege“ sei die beste Beschreibung der Tätigkeit, denn es verbinde Fürsorge und Verantwortung in einem. Bei ihrer Aufgabe seien die Jäger tags wie nachts dabei in zunehmenden Maße gefordert. Umfangreiche Kenntnisse müssten stets aktualisiert werden. Jüngste Erkrankungen im Tierreich, wie etwa die afrikanische Schweinepest oder die als „Pseudowut“ bekannte „Aujeszkysche“ Krankheit, die als Virusinfektion von Wildschweinen übertragen werden kann, seien keinesfalls harmlos und müssten von den Jägern genauso im Auge behalten werden wie Veränderungen von Gesetzen und Verordnungen. Zudem stelle die Gefahr der Krankheitsübertragung eine Bedrohung im Tierreich, insbesondere für streunende Hunde oder Jagdhunde dar.

Die Zukunft der Jägerschaft gestaltet sich „bleifrei“. Jüngstes Umrüsten der Munition soll insbesondere den „alten Hasen“ in Übungseinheiten am Schießstand näher gebracht werden.

Im Bereich Eckernförde sei die Population von Wildschweinen stark angewachsen, berichtet Jensen. Sein anschließender „Streckenbericht“ gab Auskunft über erlegte, verunfallte oder an natürlichem Tod verstorbenen Tiere. Sie wurden in die Kategorien Dammwild, Reh-, Schwarz-, Feder- und sonstiges Haarwild eingeteilt, die wiederum nach Alter und Geschlecht in einzelnen Untergruppen einsortiert wurden. Demnach wurden rund 300 Exemplare Reh- und Damwild Opfer des Straßenverkehrs, dazu 84 Feldhasen, 59 Katzen, 57 Wildkaninchen, 24 Steinmarder, 22 Füchse, acht Dachse und ein Dutzend Iltisse.

„Finger weg vom Wolf“, ermahnte Jensen weiter zur Vorsicht, denn der Wolf sei schließlich kein jagdbares Wild, selbst nicht, wenn dieser nach einem Verkehrsunfall verletzt im Graben liege. „Passt auf, und ruft die Polizei“, sagte er.

Bei den nachfolgenden Wahlen wurde Gunter Quapp aus Berend im Amt des Hundewartes bestätigt. Stellvertreterin ist Heinke Tellkamp aus Neuberend. Oliver Meurer aus Schuby wurde als stellvertretender Pressewart bestätigt. Als Auszeichnung der Gehörnschau-Präsentation erhielt Helmut Kröger aus Selk die Goldmedaille, gefolgt von Karl-Heinz Brobeck aus Schuby und Marion Behmer aus Schleswig mit Bronze. Eine Auszeichnung für 25-Jährige Mitgliedschaft erhielten Widokind Allekotte (Schleswig), Albert Erichsen (Idstedt), Wolfgang Teusch (Hüsby), Bernd Waschnick (Hüsby) und Dieter Wessel (Schuby). 40 Jahre dabei ist Egon Bretthauer aus Idstedt. Die Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft erhielten Horst Hagge (Kurburg), Hans-Heinrich Jacobsen (Berendstamm), Jürgen Jöns (Hüsby), Hans-Friedrich Kröger (Schuby-Kroy), Helmut Domeyer (Schleswig). Der „Raubwild-Pokal“ ging an das Revier Brekling, gefolgt von Borgwedel, Idstedt und Arenholz. Der „Krähenpokal“ ging an das Revier Lürschau, gefolgt von Fahrdorf, Borgwedel und Arenholz.

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