zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

15. Dezember 2017 | 11:27 Uhr

Schleswig : Ist die A.P.-Møller-Schule zu laut?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Da in direkter Nachbarschaft zum dänischen Gymnasium ein Pflegeheim gebaut werden soll, sollen die Abendveranstaltungen reduziert werden.

von
erstellt am 22.Apr.2015 | 12:22 Uhr

Seit 2008 steht sie ziemlich für sich alleine da, mitten auf dem ehemaligen Kasernengelände auf der Freiheit: die A.P.-Møller-Schule. Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn ein hessisches Unternehmen plant, in unmittelbarer Nachbarschaft zum dänischen Gymnasium ein Seniorenpflegeheim für bis zu 300 Bewohner zu bauen (wir berichteten). Die städtischen Gremien befassen sich zurzeit mit dem entsprechenden Bebauungsplan – und stießen dabei auf ein unerwartetes Problem. Denn das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat als so genannter Träger öffentlicher Belange Bedenken hinsichtlich der Lärmbelastung durch die Schule geäußert. Dies betrifft zwar nicht deren Regelbetrieb, dafür aber die zahlreichen außerschulischen Abendveranstaltungen, die dort regelmäßig stattfinden und oft erst nach 22 Uhr enden. „Für das Abfahren der Gäste und das Verladen von Instrumenten, welche in den Abendstunden stattfinden, wird der (zulässige) Immissionsrichtwert von 40 Dezibel für allgemeine Wohngebiete überschritten“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme.

Dass das LLUR als Folge dessen eine Beschränkung der Abendveranstaltungen an der A.P.-Møller-Schule auf zehn Tage pro Jahr vorschlug (dies wäre gemäß Freizeitlärmrichtline zulässig) und die Stadtverwaltung dies in einer entsprechenden Vorlage den Mitgliedern des Bauausschusses empfahl, sorgte dort schließlich für größere Diskussionen. Insbesondere Rainer Wittek vom SSW kritisierte diese Beschränkung und sorgte schließlich dafür, dass sich die Ausschussmitglieder am Ende auf eine Kompromisslösung einigten: So sollen außerschulische abendliche Veranstaltungen auf 25 Termine pro Jahr begrenzt werden, schulische Veranstaltungen werden nicht reglementiert. Die Verwaltung soll eine überarbeitete Stellungnahme bis zur nächsten Ratsversammlung vorlegen.

Die wiederum findet bereits am kommenden Montag (16 Uhr im Rathaus) statt. „Und bis dahin“, so Rathaus-Sprecherin Antje Wendt auf SN-Nachfrage, „liegt die Stellungnahme vor“. Eine Einverständniserklärung vom Gießener Betreiber des Pflegeheims, der „Seniorenresidenz Auf der Freiheit Immobilien GmbH“, ist derweil bereits bei der Stadt eingegangen. Deren Geschäftsführerin Gabriele Peter-Schön äußert darin „keine Bedenken“ gegen bis zu 25 außerschulische Abendtermine.

Das wiederum freut den Leiter der A.P.-Møller-Schule, Jørgen Kühl, zwar. „Insgesamt aber finden wir dieses Thema gar nicht gut“, sagt er und fügt an: „Wir sind jetzt seit 2008 hier und hatten nie Probleme. Wir wollen die Schule gerne wie gewohnt als kulturellen Veranstaltungsort nutzen“, betont Kühl und verweist auf etliche Termine, die sich in seinem Haus längst etabliert haben: So gastiert regelmäßig das Sinfonie-Orchester des Landestheaters in der Schule, ebenso finden dort Konzerte des Schleswig-Holstein Musikfestivals (SHMF) oder das Benefizkonzert der Schleswiger Lions statt. Dass dabei auf längere Sicht 25 Termine pro Jahr ausreichen, bezweifelt Kühl. „Deswegen sehen wir in diesem Punkt noch Klärungsbedarf. Zumal es bislang zu keiner endgültigen Vereinbarung mit der Stadt gekommen ist.“ Auch Rainer Wittek , der den Stellenwert der Schule als „kulturelles Zentrum für ganz Schleswig“ betont, ist davon überzeugt, dass es vor einem endgültigen Beschluss der Politik „noch einiger Absprachen bedarf“.

Ob die ganze Aufregung am Ende vielleicht sogar umsonst war, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Vom Betreiber gab es zum aktuellen Planungsstand keine konkrete Auskunft. Der Knackpunkt an dem 39 Millionen Euro teuren Bauprojekt ist, dass der Investor eine Realisierung vom Bau eines neuen Sportboothafens auf der Freiheit abhängig macht. Thorsten Rupp, Generalbevollmächtigter der Freiheit Group (Team Vivendi), zeigt sich jedoch optimistisch. „Der Binnenhafen ist das zentrale Modul für den zweiten Bauabschnitt der Freiheit. Seine Realisierung ist durchgeplant. Der erste Spatenstich durch einen erfahrenen Hafenbauer aus Arnis könnte noch im ersten Halbjahr erfolgen. Die Nachfrage nach den Häusern am Hafenrand ist erheblich“, so Rupp, der zugleich betont, „dass die Seniorenpflegeeinrichtung ein festes Planungsziel der Stadt Schleswig und wesentlicher Baustein des neuen Schleswiger Stadtteils“ ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen