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Schmid-Villa : Investor: „Ich kann Projekte gut einschätzen“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Trotz vielfacher Kritik: Investor Uwe Hahn will an seinen Plänen für die Wohnanlage auf dem Grundstück der Schmid-Villa festhalten.

Ein Sturm der Entrüstung, der seit einer Woche anhält, ist über den Busdorfer Investor Uwe Hahn hinweggefegt. Warum die Schmid-Villa neben dem Stadthafen durch einen modernen Klotz ersetzen, und warum überhaupt eine weitere Seniorenanlage in der Stadt errichten – diese Kritikpunkte waren gedruckt und digital am häufigsten zu lesen, nachdem am 7. Oktober im Bauausschuss das von ihm und den Stadtwerken gemeinsam entwickelte Wohnprojekt auf dem Grundstück Plessenstraße 1 b präsentiert worden war. Das Vorhaben stößt demnach in der Öffentlichkeit auf wenig Gegenliebe – wie geht es jetzt weiter? Investoren gelten als sensibel und ziehen sich bei Schwierigkeiten gern zurück. Und Investor Uwe Hahn? Wie will er weiter vorgehen?

Der Busdorfer Bauunternehmer wird im Rathaus und bei Kommunalpolitikern aller Fraktionen sehr geschätzt, heißt es. Er hat den Ruf, seriös und kooperativ zu sein. Als die Stadtwerke, denen das Grundstück inklusive Villa gehört, nach dem Abspringen etlicher Kaufinteressenten ein neues Nutzungskonzept für das Filetstück entwickeln wollten, holte Geschäftsführer Wolfgang Schoofs nach eigenen Angaben Uwe Hahn frühzeitig mit ins Boot. Gemeinsam habe man dann das Projekt mit der barrierefreien und altersgerechten Wohnanlage aus der Taufe gehoben. Gegenüber den SN machte Uwe Hahn gestern nicht den Eindruck, als wolle er nach der vielfachen Schelte von seinem Vorhaben abrücken. „Ich bin jetzt 72 Jahre alt, habe bereits viele Projekte – vom Klärwerk bis hin zu Einkaufszentren und größeren Seniorenanlagen – auch in anderen Städten gebaut. Mit dieser Erfahrung gehe ich natürlich keine Risiken ein und kann Projekte gut einschätzen.“ Wenig Verständnis habe er für die Kritik, dass die Wohnanlage neben dem Stadthafen eine Verschandelung in der Altstadt darstellen werde. Hahn: „Ich habe die Absicht, gemeinsam mit den Kommunalpolitikern und Verwaltungsleuten im Rathaus etwas Vernünftiges an der Stelle auf die Beine zu stellen.“ Über architektonische Fassadengestaltung, Materialien oder Farbgebungen werde er sich solange mit den Verantwortlichen der Stadt austauschen, „bis eine einvernehmliche Lösung“ gefunden werde, sagte Hahn.

Dieser Punkt ist dem Bauausschussvorsitzenden Klaus Bosholm (SPD) besonders wichtig. Auf SN-Nachfrage erklärte er, dass er zwar nicht uneingeschränkt begeistert sei von dem Projekt, aber Vertrauen in die Person Uwe Hahn setze. „Wir sind nun mal in Schleswig nicht in der komfortablen Lage, uns aussuchen zu können, wo was investiert wird.“ So müssten eben Kompromisse gefunden werden. Im übrigen könne man nicht das geplante Projekt am Theater-Standort Lollfuß und das an der Plessenstraße gleichsetzen: „Der Unterschied ist doch: Für das Areal mit der Schmid-Villa haben wir einen Investor, für den Lollfuß aber nicht.“ Kein Verständnis zeigte Bosholm für die Haltung der Grünen, die jetzt laut eigener Pressemitteilung fordern, dass „die Arbeiten am Bebauungsplan für das Areal neben dem Stadthafen umgehend einzustellen sind“. Die Grünen seien wie die anderen Ratsfraktionen auch stets über die Vorgehensweise der Stadtwerke informiert gewesen, meinte Bosholm.

Indes betonen die Grünen, dass ihrer Meinung nach „das Filetstück Plessenstraße 1b dem weiteren Ausbau des Stadthafen-Geländes dienen sollte“.

„Schleswig kann sich glücklich schätzen, einen erfolgreichen Investor wie Uwe Hahn zu haben, der eine attraktive Wohnbebauung am Hafen schaffen will“, betonte indes CDU-Fraktionschef Holger Ley. Er begrüßte es, dass dort Eigentums- und Mietwohnungen im gehobenen Stil entstehen, die nicht nur älteren Menschen, sondern allen Bürgern angeboten werden. Ley zum geplanten Abriss der Villa: „Von 15 Jahren stand sie 14 Jahre leer, niemand wollte sie kaufen, und sie ist nicht Stadtbild prägend.“

Das geplante Gebäude-Ensemble an der Schlei soll ebenfalls Arztpraxen und Büros für Dienstleister erhalten. Auch ein Bistro mit Café soll es geben – „und zwar nicht nur für künftige Bewohner, sondern für alle Bürger“, sagte Hahn. Einen Kompromiss jedoch will er nicht eingehen: Nämlich die angepeilte Zahl von 50 Wohneinheiten zu unterschreiten. „Das würde sich sonst nicht mehr rechnen.“

Und noch etwas: Schon jetzt gebe es eine Liste mit Bewerbern für die Wohnungen, führten Hahn und Schoofs an.

 

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erstellt am 16.Okt.2014 | 12:08 Uhr

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