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Schleswiger Nachrichten

19. November 2017 | 09:41 Uhr

Schleswig : Innenstadt-Sanierung kann losgehen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Millionen-Zuschüsse aus Städtebauförderprogramm von Land und Bund sollen eine Frischekur für Fußgängerzone, Capitolplatz und Parkhaus möglich machen.

von
erstellt am 08.Jun.2015 | 07:42 Uhr

Innenstadtsanierung – dieses Schlagwort geistert seit Jahren immer mal wieder durch städtische Gremien. So richtig greifbar war das Thema bislang allerdings nicht. Denn wann immer es aufkam, regnet es auch gleich Behördendeutsch. Dann war von Förderanträgen, Zuwendungsbescheiden, teilräumlichen Entwicklungskonzepten oder der Behebung städtebaulicher Missstände die Rede. „Das ist insgesamt keine einfache Materie“ gibt auch Bauamtsleiterin Britta Gutknecht zu. Aber schon ab Ende nächsten Jahres könnten alle Schleswiger mit eigenen Augen sehen, was sich hinter den Plänen verbirgt. „Wenn alles nach Plan läuft, könnten dann die ersten Bagger anrollen und die ersten Baumaßnahmen beginnen“, sagt Gutknecht.

Grund für ihren Optimismus ist ein Beschluss der Ratsversammlung in ihrer jüngsten Sitzung. Dort haben die Politiker die Satzung über die „förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Innenstadt“ abgenickt. Somit können in den kommenden Jahren im Rahmen des Städtebauförderprogrammes „Stadtumbau West“ öffentliche Gelder für verschiedene Baumaßnahmen nach Schleswig fließen. Diese werden dabei jeweils anteilig (etwa ein Drittel) von Bund, Land und der Stadt finanziert. „Der Förderbescheid ist zwar noch nicht bei uns eingegangen. Die mündliche Zusage aus dem Kieler Innenministerium haben wir aber bereits“, sagt Gutknecht, die die Ziele der Innenstadtsanierung folgendermaßen zusammenfasst: „Der Einzelhandelsstandort soll gestärkt und attraktiver gestaltet werden und gleichzeitig soll das Stadtzentrum besser an die Schlei angebunden werden.“

Als wichtiger Eckpfeiler der laufenden Vorbereitungen, so erläutert die zuständige Sachbearbeiterin im Bauamt, Rowena Sandmeier, hat bereits eine Ausschreibung stattgefunden. Dabei ist ein Planungsbüro ausgewählt worden, das sich nun konkret damit auseinander setzen soll, wie Schleswigs künftig Innenstadt attraktiver werden kann. Wer den Zuschlag erhalten hat, verrät sie noch nicht. Fest stehe aber, dass die Experten die Ergebnisse von sogenannten vorbereitenden Untersuchungen an die Hand bekämen, die bereits zwischen 2011 und 2013 stattgefunden haben.

Dabei wurden mehrere zentrale Handlungsschwerpunkte festgelegt. So steht eine Aufwertung des Bereichs rund um das ehemalige Hertie-Kaufhaus ebenso ganz oben auf der Liste wie die Neugestaltung des Stadtweges mit neuem Pflaster und Mobiliar. Auch der Capitolplatz soll als Versammlungs- und Veranstaltungsort ein neues Gesicht bekommen. Und das Parkhaus-Areal inklusive der Feuerwache soll möglichst auch komplett umgestaltet werden. „Das sind alles zentrale, attraktive Flächen. Hier muss was gemacht werden, damit auch in Zukunft Kunden zum Einkaufen nach Schleswig kommen“, sagt Gutknecht.

Rund 18,7 Millionen Euro, so die Schätzungen der Stadt, könnten die Baumaßnahmen kosten. Ein ordentlicher Batzen Geld angesichts klammer Kassen. „Aber“, so betont Rowena Sandmeier, „diese Summe streckt sich auf 15 Jahre, und wir als Stadt übernehmen höchstens ein Drittel.“ Da für jede einzelne Baumaßnahme ein neuer Förderantrag gestellt werden müsste, könne man flexibel reagieren. „Das macht die ganze Geschichte berechenbarer“, so Sandmeier.

Das wiederum würden sich auch die Anwohner wünschen. Diese haben in den vergangenen Wochen Post vom Bauamt bekommen. Darin werden sie auf ihre Rechte und Pflichten hingewiesen. So sind Grundstücksverkäufe oder Baumaßnahmen an Privathäusern ab sofort genehmigungspflichtig. Andererseits besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, für private Modernisierungsmaßnahmen Städtebaufördermittel als Zuschuss zu erhalten. Und nicht zuletzt werden sich auch die Anwohner – weil ihre Häuser und Grundstücke im Zuge der Innenstadtsanierung an Wert gewinnen – finanziell an den Baumaßnahmen beteiligen müssen. „Dafür möchten wir sie aber von Anfang an bei den Planungen mit einbinden. Wir wünschen uns viele Ideen und Anregungen“, sagt Gutknecht, die damit rechnet, dass nach den Sommerferien eine erste Informationsveranstaltung zum Thema Innenstadtsanierung stattfinden wird. „Denn wir wollen das alles nicht hinter verschlossenen Türen erarbeiten.“

 

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