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Inklusion: Kreis plant Einrichtung von behindertengerechten Kitas

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Inklusion fängt bei den Kleinsten an. Drei Jahre lang arbeitete deshalb eine Expertengruppe an einem Konzept für die Betreuung behinderter Kinder in regulären Kitas. Das Ergebnis konnte jetzt zwar im Jugendhilfeausschuss vorgestellt werden. Um allerdings wie geplant im kommenden Jahr mit der Umsetzung beginnen zu können, fehlt bislang das Geld. Um den strikten Sparvorgaben des Landes gerecht zu werden, wurden die beantragten 100  000 Euro im aktuellen Haushaltsentwurf nicht berücksichtigt. Der zuständige Fachausschuss lässt dennoch nicht locker.

Mit drei Kindertagesstätten möchte der Kreis gern starten. Das würde neben dem Einsatz besonders qualifizierten Personals auch Umbauten in den Einrichtungen bedeuten. Pro Kita wird in dem Konzept eine Investitionskostenförderung von rund 33  000 Euro etwa für Rampen, Waschräume, Treppenaufgänge, Wickeltische veranschlagt. Das Geld war vom zuständigen Fachdienst auch für den Haushalt 2016 angemeldet, wurde jedoch vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Defizits wieder herausgestrichen.

„Bleibt es also bei reiner Symbolik oder bekommen wir das gegenfinanziert?“, fragte Fachbereichsleiter Andreas Wellenstein. Mitarbeiter Reiner Harkanson präsentierte als Lösung die Verwendung von Mitteln, die das Land über den Kreis an Kita-Träger weiterleitet.

Dabei handelt es sich um Zuschüsse im Zusammenhang mit dem Ausbau der Betreuung für unter Dreijährige. Die ganzen 2,49 Millionen Euro allerdings will der Kreis nicht durchleiten, sondern davon 300  000 Euro einbehalten, um seinen eigenen Mehraufwand zu decken. Aus diesem Topf soll nach dem Willen von Jugendhilfe-Fachdienst und Ausschuss die Anschubfinanzierung für die Projekt-Kitas gegenfinanziert werden. Morgen wird sich im Hauptausschuss zeigen, ob die Finanzpolitiker den Weg mitgehen.

Dass es mit den 100  000 Euro nicht getan sein wird, liegt für die Experten auf der Hand. Vielmehr sei davon auszugehen, dass durch die notwendigen Umbauten und die intensive Betreuung behinderter Kinder weitere räumliche Veränderungen einhergehen könnten, weil die inklusiven Gruppen gegebenenfalls kleiner würden. Bei einem zusätzlichen Raum für jeden der sechs geplanten Kindergärten im Kreis würde das Kosten von rund 1,2 Millionen Euro bedeuten. Dieses sollte, so heißt es im Konzeptentwurf, in zukünftigen Kita-Investitionsprogrammen berücksichtigt werden. Außerdem wird darauf verwiesen, dass das Land – auch im Hinblick auf zusätzliches heilpädagogisches Personal – bereits in vier Regionen verschiedene finanzielle Konstellationen erprobt. Bevor man also im Kreis konkret weiterplane, sollten die Ergebnisse auf Landesebene abgewartet werden.

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erstellt am 25.Nov.2015 | 00:32 Uhr

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