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Schmid-Villa : Initiative zeigt sich gesprächsbereit

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Initiative „Bürgerbegehren Grundstück Schmid-Villa“ hat am Montag 2458 Unterschriften im Schleswiger Rathaus abgegeben. Jetzt könnte es zum Bürgerentscheid kommen – aber die Initiatoren zeigen sich gesprächsbereit.

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erstellt am 10.Feb.2015 | 07:26 Uhr

Die Atmosphäre war betont freundschaftlich: Mit sechs Vertretern war die Initiative „Bürgerbegehren Grundstück Schmid-Villa“ gestern ins Rathaus gekommen, um die Unterschriften abzuliefern, die sie in den vergangenen vier Wochen gesammelt hatte. Bürgermeister Arthur Christiansen nahm Listen mit 2458 Namen entgegen. Das heißt: Fast jeder achte wahlberechtigte Schleswiger hat sich am Bürgerbegehren beteiligt, mit dem die Initiative den Bebauungsplan für das Grundstück am Stadthafen stoppen will. Das erforderliche Quorum für ein Bürgerbegehren – 1600 Unterschriften – ist damit deutlich übertroffen.

Christiansen lobte die Aktivisten für ihren „aktiven Bürgersinn“ und dafür, dass sie die Debatte um die Gestaltung eines wichtigen Teils der Altstadt vorangebracht hätten. „Mittlerweile ist jedem im Rathaus klar, dass es um ein sensibles Gebiet geht“, sagte Christiansen, der sich zudem freute, dass die Diskussion sachlich und ohne persönliche Anfeindungen laufe. „Das habe ich auch schon anders erlebt“, sagte er und bezog sich dabei auf seine Zeit als Bürgermeister von Handewitt.

Anders als bisher zeigt nun auch die Initiative offen für einen Dialog mit den Befürwortern der geplanten Wohnanlage am Hafen. Noch im Januar hatte sie ein Gesprächsangebot ausgeschlagen. „Wenn Sie uns jetzt wieder einladen, würden wir kommen“, sagte Gruppensprecher Ronny Haardt. „Mit den gesammelten Unterschriften haben wir jetzt ein Mandat für ein solches Gespräch.“ Er versicherte zugleich, dass man nicht grundsätzlich jede Neugestaltung des umstrittenen Grundstücks verhindern wolle. „Wir wollen nicht blockieren.“

Damit bleibt vorerst offen, ob es bis zum Sommer zu einem Bürgerentscheid kommt. Zunächst wird die Kommunalaufsicht im Kieler Innenministerium prüfen, ob das Bürgerbegehren formal korrekt ist. Das wird innerhalb von sechs Wochen geschehen. Danach haben die Initiatoren und die Ratsversammlung die Möglichkeit, sich auf einen Kompromiss zu einigen. „Ich habe ja schon gesagt, dass ich den bisherigen Entwurf zumindest in den oberen Stockwerken etwas klotzig finde“, sagte Christiansen. Allerdings gebe er einer Wohnbebauung weiterhin den Vorzug gegenüber einer rein touristischen Nutzung.

Die Bürgerinitiative möchte die Öffentlichkeit in die weiteren Gespräche einbeziehen und plant weitere Informations- und Diskussionsveranstaltungen. Termine stehen noch nicht fest.

 

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